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Nach der Gründung zur Zeit Karls des Großen um 811 (als Hammaburg) begann der Aufstieg Hamburgs zur Handelsstadt 1189 mit Zoll und Wirtschaftsprivilegien. Als eines der ersten Mitglieder des Handelsbundes der „Hanse“ war es deren wichtigster Umschlagplatz an der Nordsee. Die Kaiser Sigismund und Maximilian bezeichneten sie 1410 bzw. 1510 als kaiserlich und frei. Das Reichskammergericht erklärte Hamburg 1618 zur freien Reichsstadt, was Dänemark aber erst 1768 anerkannte. Seine Eigenstaatlichkeit hat Hamburg bis heute bewahrt. Könige und Fürsten haben Hamburg nie regiert: Immer waren es die Bürger selbst, die das Regiment in der Stadtrepublik ausübten. Der verheerende Brand von 1842, die Bereitschaft zu ständiger Modernisierung und der Zweite Weltkrieg haben wenig von der eng bebauten alten Handelsmetropole übriggelassen. Als bedeutende Bauwerke gelten die spätbarocke Michaeliskirche, deren 132 Meter hoher Turm – von den Einheimischen liebevoll „Michel“ genannt – das Wahrzeichen der Stadt ist, das 100 Jahre alte Rathaus und das Chilehaus, ein expressionistischer Backsteinbau aus den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts. Ein Kulturdenkmal besonderer Art ist die alte Speicherstadt im Hafen, Ende des vergangenen Jahrhunderts in Backsteinbauweise errichtet. Den besonderen Reiz machen indessen nicht einzelne Gebäude aus, sondern das großzügige Gesamtpanorama an der Alster, die mitten in der Stadt zu zwei Seen aufgestaut ist, und das bunte Bild von Hafen und Häusern am breiten Strom der Elbe.
Grüne Industriestadt.
Hamburg ist Deutschlands zweitgrößter Industriestandort
und Zentrum einer Metropolregion von 3,3 Millionen Menschen. Gleichwohl
ist es eine der grünsten Städte Deutschlands. 41 Prozent der
Gesamtfläche Hamburgs sind Ackerund Gartenland, Parks und öffentliche
Grünanlagen, Wald, Moor und Heide. Landschaftsund Naturschutzgebiete
machen 28 Prozent der Stadtfläche aus. Zu den 120 Parkanlagen kommen
mehr als 200000 Straßenbäume. Der größte Parkfriedhof
der Welt ist der Ohlsdorfer Friedhof.
Nach der Vereinigung Deutschlands und der Öffnung Osteuropas hat der Hafen sein altes Hinterland zurückerhalten. So kann der Stadtstaat wieder an seine Tradition anknüpfen, Drehscheibe zwischen Ost und West und zugleich „die südlichste Metropole Skandinaviens“ zu sein. Konkret in der Planung ist die Magnetschwebebahn „Transrapid“, die Hamburg und die deutsche Hauptstadt Berlin in weniger als einer Stunde Fahrzeit von Innenstadt zu Innenstadt verbinden soll.
Der Hafen, einer der größten der Welt, nimmt mit 75 Quadratkilometern Fläche ein Zehntel des Hamburger Stadtgebietes ein. Im Containerumschlag steht Hamburg nach Rotterdam auf Platz zwei in Europa. Über 200 Liniendienste, davon mehr als 100 Containerund Roll-on-roll-offund Rund-um-die-Welt-Dienste, bieten vom Hamburger Hafen aus jährlich etwa 12000 Abfahrten in alle Welt. Mehr als 290000 Arbeitnehmer aus dem Umland kommen täglich in die Hansestadt. Hamburg ist Bankenzentrum für Norddeutschland und eine der größten Versicherungsstädte Deutschlands. Mit über 95 Generalkonsulaten und Konsulaten ist Hamburg die größte Konsularstadt der Welt. Das verkehrsgünstig im Stadtzentrum gelegene „Congress Centrum“ gehört zu den modernsten und beliebtesten Tagungsstätten in Europa. Die unmittelbar anschließenden Messehallen steigern seine Attraktivität im Rahmen bedeutender Fachausstellungen zusätzlich.
Hamburg ist das Zentrum der deutschen Medienwirtschaft. Etwa 6000 Unternehmen dieser Branche beschäftigen rund 50000 angestellte Mitarbeiter und darüber hinaus viele Freiberufler. Der jährliche Umsatz liegt bei mehr als 40 Milliarden Mark. Der Kommunikationssektor war in den letzten Jahren der expansivste Wirtschaftsbereich in Hamburg. In wachsendem Maße sind hieran die elektronischen Medien beteiligt: die bedeutenden Rundfunkanbieter der Stadt wie auch die zahlreichen Unternehmen im Bereich der Produktion von audiovisuellen und multimedialen Programmen. Auch die Hamburger Werbewirtschaft und ihre mit Auszeichnungen überhäuften Agenturen haben weiter an Boden gewonnen. Sowohl auf dem deutschen Tonträgerals auch auf dem Zeitungsund Zeitschriftenmarkt erreichen Unternehmen mit Sitz in der Elbmetropole einen Marktanteil in der Größenordnung bis zu 50 Prozent – 17 der 21 deutschen Kaufzeitschriften mit Millionenauflage werden in Hamburg publiziert.
Bürgersinn und Passion für die Kunst.
Die Kaufmannsstadt Hamburg war und ist als Ort der Freiheit und Toleranz
zugleich eine Stadt der Kultur. 1678 wurde hier die erste ständige
Oper Deutschlands gegründet: Georg Friedrich Händel (1685-1759)
brachte in Hamburg seine erste Oper („Almira“) auf die Bühne. Georg
Philipp Telemann und Karl Philipp Emanuel Bach wirkten hier. Ein berühmter
Sohn Hamburgs ist der Komponist Johannes Brahms (1833-1897); auch Felix
Mendelssohn Bartholdy (1809 in Hamburg geboren) ist eng mit der Elbestadt
verbunden.
Hamburg war, beeinflußt von England und Frankreich, ein Vorreiter der Aufklärung in Deutschland. 1767 wurde das mit Gotthold Ephraim Lessings Namen („Hamburgische Dramaturgie“, 1767-69) verbundene Deutsche Nationaltheater gegründet, das vor allem durch seine Shakespeare-Aufführungen zu Ansehen gelangte. „Minna von Barnhelm“ (Lessing) und „Don Carlos“ (Schiller) wurden hier uraufgeführt. Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) und Matthias Claudius (1740-1815) waren damals Hamburgs literarische „Institutionen“. In der Zeit der Reaktion im 19. Jahrhundert verlegte der Hamburger Julius Campe die Schriften Heinrich Heines und anderer „aufrührerischer“ Schriftsteller des „Jungen Deutschland“.
Die Intendanten Rolf Liebermann und Gustav Gründgens gaben der
Oper und dem Schauspiel nach dem Zweiten Weltkrieg moderne Impulse mit
internationaler Ausstrahlung. Unvergessen bleibt der gebürtige Hamburger
Schauspieler Hans Albers (1891-1960). Drei Staatstheater und rund 35 Privattheater
tragen heute zum kulturellen Profil der Stadt bei. Besonders erfolgreich
waren in den letzten Jahren die weit über Hamburgs Grenzen hinaus
bekannten Musicals „Cats“ und „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber.
International renommiert ist das Hamburger Ballett unter John Neumeier.
Horst Janssen, der 1995 gestorbene Zeichner und Maler, schuf hier sein
reiches, keiner Schule verpflichtetes Werk. Anfang der sechziger Jahre
begannen die Beatles ihre internationale Karriere im Hamburger Vergnügungsviertel
St. Pauli.
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