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Heute sieht man die Dinge nicht mehr so einfach. Die Entstehung des deutschen Volkes war ein Prozeß, der Jahrhunderte dauerte. Das Wort „deutsch“ ist wohl erst im 8. Jahrhundert aufgekommen, und es bezeichnete zunächst nur die Sprache, die im östlichen Teil des Frankenreiches gesprochen wurde. Dieses Reich, das unter Karl dem Großen seine größte Machtentfaltung erlangte, umfaßte Völkerschaften, die teils germanische, teils romanische Dialekte sprachen. Nach Karls Tod (814) brach es bald auseinander. Im Laufe verschiedener Erbteilungen entstanden ein Westund ein Ostreich, wobei die politische Grenze annähernd mit der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Französisch zusammenfiel. Erst nach und nach entwickelte sich bei den Bewohnern des Ostreichs ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Die Bezeichnung „deutsch“ wurde von der Sprache auf die Sprecher und schließlich auf ihr Wohngebiet („Deutschland“) übertragen.
Die deutsche Westgrenze wurde verhältnismäßig früh fixiert und blieb auch recht stabil. Die Ostgrenze hingegen war jahrhundertelang fließend. Um 900 verlief sie etwa an den Flüssen Elbe und Saale. In den folgenden Jahrhunderten wurde das deutsche Siedlungsgebiet weit nach Osten ausgedehnt. Diese Bewegung kam erst in der Mitte des 14. Jahrhunderts zum Stillstand. Die damals erreichte Volksgrenze zwischen Deutschen und Slawen hatte bis zum Zweiten Weltkrieg Bestand.
Hochmittelalter.
Den Übergang vom ostfränkischen zum
deutschen Reich setzt man gewöhnlich mit dem Jahre 911 an, in dem
nach dem Aussterben der Karolinger der Frankenherzog Konrad I. zum König
gewählt wurde. Er gilt als der erste deutsche König. (Der offizielle
Titel war „fränkischer König“, später „römischer König“;
der Reichsname lautete seit dem 11. Jahrhundert „Römisches Reich“,
seit dem 13. Jahrhundert „Heiliges Römisches Reich“; im 15. Jahrhundert
kam der Zusatz „Deutscher Nation“ auf.) Das Reich war eine Wahlmonarchie;
der König wurde vom hohen Adel gewählt. Daneben galt das „Geblütsrecht“:
Der neue König sollte mit seinem Vorgänger verwandt sein. Dieser
Grundsatz wurde mehrfach durchbrochen; wiederholt kam es auch zu Doppelwahlen.
Eine Hauptstadt besaß das mittelalterliche Reich nicht; der König
regierte im Umherziehen. Es gab keine Reichssteuern; seinen Unterhalt bezog
der König vor allem aus „Reichsgütern“, die er treuhänderisch
verwaltete. Seine Autorität wurde nicht ohne weiteres anerkannt; nur
wenn militärische Stärke und geschickte Bündnispolitik hinzukamen,
konnte er sich bei den mächtigen Stammesherzögen Respekt verschaffen.
Dies gelang erst Konrads Nachfolger, dem Sachsenherzog Heinrich I. (919-936),
und in noch höherem Maße dessen Sohn Otto I. (936-973). Otto
machte sich zum wirklichen Herrscher des Reichs. Seine Machtfülle
fand Ausdruck darin, daß er sich 962 in Rom zum Kaiser krönen
ließ.
Seither hatte der deutsche König Anwartschaft auf die Kaiserwürde. Das Kaisertum war der Idee nach universal und verlieh seinem Träger die Herrschaft über das gesamte Abendland. Volle politische Wirklichkeit wurde diese Idee freilich niemals. Zur Kaiserkrönung durch den Papst mußte sich der König nach Rom begeben. Damit begann die Italienpolitik der deutschen Könige. 300 Jahre lang konnten sie ihre Herrschaft in Oberund Mittelitalien behaupten, wurden jedoch dadurch von wichtigen Aufgaben in Deutschland abgelenkt. So kam es schon unter den Nachfolgern Ottos zu schweren Rückschlägen.
Ein neuer Aufschwung trat unter der folgenden Dynastie der Salier auf. Mit Heinrich III. (1039-1056) stand das deutsche Königund Kaisertum auf dem Höhepunkt der Macht; vor allem behauptete es entschieden seinen Vorrang gegenüber dem Papsttum. Heinrich IV. (1056-1106) konnte diese Stellung nicht halten. In der Auseinandersetzung um das Recht zur Bischofseinsetzung (Investiturstreit) siegte er zwar äußerlich über Papst Gregor VII.; sein Bußgang nach Canossa (1077) bedeutete aber für das Kaisertum eine nicht wiedergutzumachende Rangeinbuße. Kaiser und Papst standen sich seither als gleichrangige Mächte gegenüber.
1138 begann das Jahrhundert der Staufer-Dynastie. Fried richI. Barbarossa (1152-1190) führte im Kampf mit dem Papst, den oberitalienischen Städten und seinem Hauptrivalen in Deutschland, dem Sachsenherzog Heinrich dem Löwen, das Kaisertum zu einer neuen Blüte. Jedoch begann unter ihm eine territoriale Zersplitterung, die letztlich die Zentralgewalt schwächte. Unter Barbarossas Nachfolgern Heinrich VI. (1190-1197) und Friedrich II. (1212-1250) setzte sich trotz großer kaiserlicher Machtfülle diese Entwicklung fort. Die geistlichen und weltlichen Fürsten wurden zu halbsouveränen „Landesherren“.
Mit dem Untergang der Staufer (1268) endete faktisch das universale abendländische Kaisertum. Die auseinanderstrebenden Kräfte im Innern hinderten Deutschland daran, zum Nationalstaat zu werden – ein Prozeß, der gerade damals in anderen Ländern Westeuropas einsetzte. Hier liegt eine der Wurzeln dafür, daß die Deutschen zur „verspäteten Nation“ wurden.
Spätmittelalter und frühe Neuzeit. Mit Rudolf I. (1273-1291) kam erstmals ein Habsburger auf den Thron. Materielle Grundlage des Kaisertums waren jetzt nicht mehr die verlorengegangenen Reichsgüter, sondern die „Hausgüter“ der jeweiligen Dynastie; Hausmachtpolitik wurde das Hauptinteresse eines jeden Kaisers.
Die „Goldene Bulle“ Karls IV. von 1356, eine Art Reichsgrundgesetz, verlieh sieben herausgehobenen Fürsten, den Kurfürsten, das ausschließliche Recht zur Königswahl und gab ihnen noch weitere Vorrechte gegenüber den anderen Größen. Während die kleinen Grafen, Herren und Ritter allmählich an Bedeutung verloren, gewannen die Städte dank ihrer wirtschaftlichen Macht an Einfluß. Der Zusammenschluß zu Städtebünden brachte ihnen eine weitere Stärkung. Der wichtigste dieser Bünde, die Hanse, wurde im 14. Jahrhundert zur führenden Macht des Ostseeraums.
Seit 1438 war die Krone – obwohl das Reich formell eine Wahlmonarchie blieb – praktisch erblich im Hause Habsburg, das unterdessen zur stärksten Territorialmacht geworden war. Im 15. Jahrhundert erhoben sich zunehmend Forderungen nach einer Reichsreform. Maximilian I. (1493-1519), der als erster den Kaisertitel ohne Krönung durch den Papst annahm, suchte eine solche Reform zu verwirklichen, aber ohne Erfolg. Die von ihm geschaf fenen oder neu geordneten Einrichtungen – Reichstag, Reichskreise, Reichskammergericht – hatten zwar Bestand bis zum Ende des Reiches (1806), vermochten aber dessen fortschreitende Zersplitterung nicht aufzuhalten. Es entwickelte sich ein Dualismus von „Kaiser und Reich“: Dem Reichsoberhaupt standen die Reichsstände – Kurfürsten, Fürsten und Städte – gegenüber. Die Macht der Kaiser wurde durch „Kapitulationen“, die sie bei ihrer Wahl mit den Kurfürsten vereinbarten, begrenzt und zunehmend ausgehöhlt. Die Fürsten, insbesondere die großen unter ihnen, dehnten ihre Rechte auf Kosten der Reichsgewalt kräftig aus. Dennoch hielt das Reich weiter zusammen: Der Glanz der Kaiserkrone war noch nicht verblichen, die Reichsidee war lebendig geblieben, und den kleinen und mittleren Territorien bot der Reichsverband Schutz vor Übergriffen mächtiger Nachbarn.
Die Städte wurden zu Zentren wirtschaftlicher Macht; sie profitierten vor allem vom zunehmenden Handel. In Textilindustrie und Bergbau entstanden Wirtschaftsformen, die über das Zunftwesen der Handwerker hinausführten und wie der Fernhandel schon frühkapitalistische Züge trugen. Gleichzeitig vollzog sich ein geistiger Wandel, gekennzeichnet durch Renaissance und Humanismus. Der neuerwachte kritische Geist wandte sich vor allem gegen kirchliche Mißstände.
Zeitalter der Glaubensspaltung.
Die schwelende Unzufriedenheit mit der Kirche
entlud sich, vor allem durch das Auftreten Martin Luthers seit 1517, in
der Reformation, die sich rasch ausbreitete. Ihre Folgen reichten weit
über das Religiöse hinaus. Das ganze soziale Gefüge geriet
in Bewegung. 1522/23 kam es zum Aufstand der Reichsritter, 1525 zum Bauernkrieg,
der ersten größeren revolutionären Bewegung der deutschen
Geschichte, in der sich politische und soziale Bestrebungen vereinigten.
Beide Erhebungen scheiterten oder wurden blutig niedergeschlagen. Hauptnutznießer
der Reformation waren die Landesfürsten. Nach wechselvollen Kämpfen
erhielten sie im Augsburger Religionsfrieden 1555 das Recht, die Religion
ihrer Untertanen zu bestimmen. Die protestantische Konfession wurde als
gleichberechtigt mit der katholischen anerkannt. Auf dem Kaiserthron saß
zur Zeit der Reforma tion Karl V. (1519-1556), der durch Erbschaft Herr
des größten Weltreichs seit der Zeit Karls des Großen
geworden war. Durch seine weltpolitischen Interessen war er zu stark in
Anspruch genommen, um sich in Deutschland durchsetzen zu können. Nach
seiner Abdankung wurde das Weltreich geteilt; die deutschen Territorialstaaten
und die westeuropäischen Nationalstaaten bildeten das neue europäische
Staatensystem.
Zur Zeit des Augsburger Religionsfriedens war Deutschland zu vier Fünfteln protestantisch. Der Kampf zwischen den Konfessionen war damit jedoch nicht beendet. In den folgenden Jahrzehnten konnte die katholische Kirche viele Gebiete zurückgewinnen (Gegenreformation). Die konfessionellen Gegensätze verschärften sich; es kam zur Bildung von Religionsparteien, der protestantischen Union (1608) und der katholischen Liga (1609). Ein lokaler Konflikt in Böhmen löste dann den Dreißigjährigen Krieg aus, der sich im Laufe der Jahre zu einer europäischen Auseinandersetzung weitete, in der politische wie konfessionelle Gegensätze aufeinanderprallten. Dabei wurden zwischen 1618 und 1648 weite Teile Deutschlands verwüstet und entvölkert. Der Westfälische Friede von 1648 brachte Gebietsabtretungen an Frankreich und Schweden; er bestätigte das Ausscheiden der Schweiz und der Niederlande aus dem Reichsverband. Den Reichsständen gewährte er alle wesentlichen Hoheitsrechte in geistlichen und weltlichen Angelegenheiten und erlaubte ihnen, Bündnisse mit ausländischen Partnern zu schließen.
Zeitalter des Absolutismus.
Die nahezu souveränen Territo rialstaaten
übernahmen als Regierungsform nach französischem Vorbild den
Absolutismus. Er verlieh dem Herrscher schrankenlose Macht und ermöglichte
den Aufbau einer straffen Verwaltung, die Einführung geordneter Finanzwirtschaft
und die Aufstellung stehender Heere. Viele Fürsten hatten den Ehrgeiz,
ihre Residenz zu einem kulturellen Mittelpunkt zu machen. Manche von ihnen
– Vertreter des „aufgeklärten Absolutismus“ – förderten Wissenschaft
und kritisches Denken, freilich in den Grenzen ihrer Machtinteressen. Die
Wirtschaftspolitik des Merkantilismus ließ die absolut regierten
Staaten auch ökonomisch erstarken. So konnten Länder wie Bayern,
Brandenburg (das spätere Preußen), Sachsen und Hannover zu eigenständigen
Machtzentren werden. Österreich, das die angreifenden Türken
abwehrte und Ungarn sowie Teile der bisher türkischen Balkanländer
erwarb, stieg zur Großmacht auf. Ihm erwuchs im 18. Jahrhundert ein
Rivale in Preußen, das unter Friedrich dem Großen (1740-1786)
zu einer Militärmacht ersten Ranges wurde. Beide Staaten gehörten
mit Teilen ihres Territoriums nicht dem Reich an, und beide betrieben europäische
Großmachtpolitik.
Zeitalter der Französischen Revolution. Der Stoß, der das Gebäude des Reiches zum Einsturz brachte, kam von Westen. 1789 brach in Frankreich die Revolution aus. Unter dem Druck des Bürgertums wurde die seit dem Frühmittelalter bestehende feudale Gesellschaftsordnung beseitigt. Gewaltenteilung und Menschenrechte sollten die Freiheit und Gleichheit aller Bürger sichern. Der Versuch Preußens und Österreichs, mit Waffengewalt in die Verhältnisse im Nachbarland einzugreifen, scheiterte kläglich und führte zum Gegenstoß der Revolutionsarmeen. Unter dem Ansturm der Heere Napoleons, der in Frankreich das Erbe der Revolution antrat, brach das Reich endgültig zusammen. Frankreich nahm sich das linke Rheinufer. Um die bisherigen Herren dieser Gebiete für ihren Verlust zu entschädigen, fand eine riesige „Flurbereinigung“ auf Kosten der kleineren und besonders der geistlichen Fürstentümer statt: Durch den „Reichsdeputationshauptschluß“ von 1803 wechselten rund vier Millionen Untertanen den Landesherrn. Die Mittelstaaten waren die Gewinner. Die meisten von ihnen schlossen sich 1806 unter französischem Protektorat zum „Rheinbund“ zusammen. Im gleichen Jahr legte Kaiser Franz II. die Krone nieder; damit endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.
Die Französische Revolution griff nicht auf Deutschland über. Zwar hatten auch hier schon in den vorangegangenen Jahren immer wieder einzelne Persönlichkeiten die Grenzen zwischen Adel und Bürgertum zu überwinden versucht, begrüßten auch bedeutende Köpfe den Umsturz im Westen als Beginn einer neuen Zeit, aber der Funke konnte schon deshalb schlecht überspringen, weil im Gegensatz zum zentralistisch orientierten Frankreich die föderalistische Struktur des Reiches eine Ausbreitung neuer Ideen behinderte. Hinzu kam, daß gerade das Mutterland der Revolution, Frankreich, den Deutschen als Gegner und Besatzungsmacht gegenübertrat. Aus dem Kampf gegen Napoleon erwuchs vielmehr eine neue nationale Bewegung, die schließlich in den Befreiungskriegen gipfelte. Deutschland blieb von den Kräften des gesellschaftlichen Wandels nicht unberührt. Zunächst wurden in den Rheinbundstaaten, dann in Preußen (dort verbunden mit Namen wie Stein, Hardenberg, Scharnhorst, W. von Humboldt) Reformen eingeleitet, die feudale Schranken endlich abbauen und eine freie, verantwortungstragende bürgerliche Gesellschaft schaffen sollten: Aufhebung der Leibeigenschaft, Gewerbefreiheit, städtische Selbstverwaltung, Gleichheit vor dem Gesetz, allgemeine Wehrpflicht. Allerdings blieben viele Reformansätze auf halbem Wege stecken. Die Teilnahme an der Gesetzgebung blieb den Bürgern meist noch verwehrt; nur zögernd gewährten einige Fürsten, vor allem in Süddeutschland, ihren Staaten Verfassungen.
Der Deutsche Bund.
Nach dem Sieg über Napoleon regelte der
Wiener Kongreß 1814/15 die Neuordnung Europas. Die Hoffnungen vieler
Deutscher auf einen freien, einheitlichen Nationalstaat wurden nicht erfüllt.
Der Deutsche Bund, der an die Stelle des alten Reiches trat, war ein loser
Zusammenschluß der souveränen Einzelstaaten. Einziges Organ
war der Bundestag in Frankfurt, kein gewähltes Parlament, sondern
ein Gesandtenkongreß. Handlungsfähig war der Bund nur, wenn
die beiden Großmächte Preußen und Österreich übereinstimmten.
Seine Hauptaufgabe sah er in den folgenden Jahrzehnten in der Niederhaltung
aller auf Einheit und Freiheit gerichteten Bestrebungen. Presse und Publizistik
unterlagen einer scharfen Zensur, die Universitäten wurden überwacht,
eine politische Betätigung war so gut wie unmöglich.
Inzwischen hatte eine moderne wirtschaftliche Entwicklung eingesetzt, die diesen reaktionären Tendenzen entgegenwirkte. 1834 wurde der Deutsche Zollverein gegründet und damit ein einheitlicher Binnenmarkt geschaffen. 1835 wurde die erste deutsche Eisenbahnstrecke in Betrieb genommen. Die Industrialisierung nahm ihren Anfang. Mit den Fabriken entstand die neue Klasse der Fabrikarbeiter. Sie fanden in der Industrie zunächst bessere Verdienstmöglichkeiten, aber das rapide Bevölkerungswachstum führte bald zu einem Überangebot an Arbeitskräften. Da zudem jegliche Sozialgesetzgebung fehlte, lebte die Masse der Fabrikarbeiter in großem Elend. Spannungen entluden sich gewaltsam wie etwa 1844 beim Aufstand der schlesischen Weber, der von preußischem Militär niedergeschlagen wurde. Nur zögernd konnten sich erste Ansätze einer Arbeiterbewegung formieren.
Die Revolution von 1848.
Im Unterschied zur Revolution von 1789 fand die
französische Februar-Revolution von 1848 in Deutschland sofort ein
Echo. Im März kam es in allen Bundesländern zu Volkserhebungen,
die den erschrockenen Fürsten mancherlei Konzessionen abrangen. Im
Mai trat in der Frankfurter Paulskirche die Nationalversammlung zusammen.
Sie wählte den österreichischen Erzherzog Johann zum Reichsverweser
und setzte ein Reichsministerium ein, das allerdings keine Machtmittel
besaß und keine Autorität gewann. Bestimmend war in der Nationalversammlung
die liberale Mitte, die eine konstitutionelle Monarchie mit beschränktem
Wahlrecht anstrebte. Die Zersplitterung der Nationalversammlung von den
Konservativen bis zu den radikalen Demokraten, in der sich die spätere
Parteienlandschaft schon in Ansätzen abzeichnete, erschwerte eine
Verfassungsgebung. Aber auch die liberale Mitte konnte die quer durch alle
Gruppierungen gehenden Gegensätze zwischen den Anhängern einer
„großdeutschen“ und einer „kleindeutschen“ Lösung, d.h. eines
Deutschen Reiches mit oder ohne Österreich, nicht überwinden.
Nach zähem Ringen wurde eine demokratische Verfassung fertiggestellt,
die Altes mit Neuem zu verbinden suchte und eine dem Parlament verantwortliche
Regierung vorsah. Als dann jedoch Österreich darauf bestand, sein
gesamtes, mehr als ein Dutzend Völkerschaften umfassendes Staatsgebiet
in das künftige Reich einzubringen, siegte die kleindeutsche Auffassung,
und die Nationalversammlung bot dem preußischen König Friedrich
Wilhelm IV. die erbliche deutsche Kaiserkrone an. Der König lehnte
ab; er wollte die Kaiserwürde nicht einer Revolution verdanken. Im
Mai 1849 scheiterten in Sachsen, der Pfalz und Baden Volksaufstände,
die die Durchsetzung der Verfassung „von unten“ erzwingen wollten. Damit
war die Niederlage der deutschen Revolution besiegelt. Die meisten Errungenschaften
wurden rückgängig gemacht, die Verfassungen der Einzelstaaten
im reaktionären Sinne revidiert. 1850 wurde der Deutsche Bund wiederhergestellt.
Der Aufstieg Preußens.
Die fünfziger Jahre waren eine Zeit großen
wirtschaftlichen Aufschwungs. Deutschland wurde zum Industrieland. Es war
zwar im Produktionsumfang noch weit hinter England zurück, überholte
dieses aber im Wachstumstempo. Schrittmacher waren die Schwerindustrie
und der Maschinenbau. Preußen wurde auch wirtschaftlich zur Vormacht
Deutschlands. Die ökonomische Kraft stärkte das politische Selbstbewußtsein
des liberalen Bürgertums. Die 1861 entstandene Deutsche Fortschrittspartei
wurde in Preußen die stärkste Partei im Parlament und verweigerte
der Regierung die Mittel, als diese die Heeresstruktur in reaktionärem
Sinne verändern wollte. Der neuernannte Ministerpräsident Otto
von Bismarck (1862) ging auf die Kraftprobe ein und regierte mehrere Jahre
lang ohne die nach der Verfassung erforderliche Genehmigung des Haushalts
durch das Parlament. Die Fortschrittspartei wagte keinen über parlamentarische
Opposition hinausgehenden Widerstand.
Seine innenpolitisch prekäre Stellung konnte Bismarck durch außenpolitische Erfolge festigen. Im Deutsch-Dänischen Krieg (1864) zwangen Preußen und Österreich die Dänen zur Abtretung Schleswig-Holsteins, das sie zunächst gemeinsam verwalteten. Bismarck betrieb jedoch von Anfang an die Annexion der beiden Herzogtümer und steuerte den offenen Konflikt mit Österreich an. Im Deutschen Krieg (1866) wurde Österreich geschlagen und mußte die deutsche Szene verlassen. Der Deutsche Bund wurde aufgelöst; an seine Stelle trat der alle deutschen Staaten nördlich des Mains umfassende Norddeutsche Bund mit Bis marck als Bundeskanzler.
Das Bismarckreich.
Bismarck arbeitete nun auf die Vollendung der
deutschen Einheit im kleindeutschen Sinne hin. Den Widerstand Frankreichs
brach er im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71), der durch einen
diplomatischen Konflikt um die Thronfolge in Spanien ausgelöst wurde.
Frankreich mußte Elsaß-Lothringen abtreten und eine hohe Reparationssumme
zahlen. In der patriotischen Begeisterung schlossen sich die süddeutschen
Staaten mit dem Norddeutschen Bund zum Deutschen Reich zusammen; in Versailles
wurde am 18. Januar 1871 König Wilhelm I. von Preußen zum Deutschen
Kaiser ausgerufen.
Die deutsche Einheit war nicht durch Volksbeschluß, „von unten“, sondern durch Fürstenvertrag, „von oben“, zustande gekommen. Das Übergewicht Preußens war er drückend; vielen erschien das neue Reich als ein „Groß-Preußen“. Der Reichstag wurde nach allgemeinem und gleichem Wahlrecht gewählt. Er hatte zwar keinen Einfluß auf die Regierungsbildung, wohl aber durch seine Beteiligung an der Reichsgesetzgebung und durch das Budgetrecht auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte. Obgleich der Reichskanzler nur dem Kaiser und nicht dem Parlament verantwortlich war, mußte er sich doch um eine Mehrheit für seine Politik im Reichstag bemühen. Das Wahlrecht für die Volksvertretungen der einzelnen Länder war noch uneinheitlich. Elf der deutschen Bundesstaaten hatten noch ein vom Steueraufkommen abhängiges Klassenwahlrecht, bei vier anderen bestand die alte ständische Gliederung der Volksvertretungen. Die süddeutschen Staaten mit ihrer größeren parlamentarischen Tradition reformierten nach der Jahrhundertwende ihr Wahlrecht, und Baden, Württemberg und Bayern glichen es dem Reichstagswahlrecht an. Die Entwicklung Deutschlands zu einem modernen Industrieland stärkte den Einfluß des wirtschaftlich erfolgreichen Bürgertums. Trotzdem blieben der Adel und vor allem das überwiegend aus Adligen bestehende Offizierskorps in der Gesellschaft tonangbend.
Bismarck regierte neunzehn Jahre lang als Reichskanzler. Durch eine konsequente Friedensund Bündnispolitik suchte er dem Reich eine gesicherte Stellung in dem neuen europäischen Kräfteverhältnis zu schaffen. In Gegensatz zu dieser weitsichtigen Außenpolitik stand seine Innenpolitik. Den demokratischen Tendenzen der Zeit stand er verständnislos gegenüber; politische Opposition galt ihm als „reichsfeindlich“. Erbittert, aber letztlich erfolglos bekämpfte er den linken Flügel des liberalen Bürgertums, den politischen Katholizismus und besonders die organisierte Arbeiterbewegung, die durch das „Sozialistengesetz“ zwölf Jahre lang (1878-1890) unter Ausnahmerecht gestellt war. Die mächtig anwachsende Arbeiterschaft wurde so, trotz fortschrittlicher Sozialgesetze, dem Staat entfremdet. Bismarck fiel schließlich dem eigenen System zum Opfer, als er 1890 von dem jungen Kaiser Wilhelm II. entlassen wurde.
Wilhelm II. wollte selbst regieren, doch fehlten ihm dazu Kenntnisse und Stetigkeit. Mehr durch Reden als durch Handlungen erweckte er den Eindruck eines friedensbedrohenden Gewaltherrschers. Unter ihm erfolgte der Übergang zur „Weltpolitik“; Deutschland suchte den Vorsprung der imperialistischen Großmächte aufzuholen und geriet dabei zunehmend in die Isolierung. Innenpolitisch schlug Wilhelm II. bald einen reaktionären Kurs ein, nachdem sein Versuch, die Arbeiterschaft für ein „soziales Kaisertum“ zu gewinnen, nicht zu dem erhofften raschen Erfolg geführt hatte. Seine Kanzler stützten sich auf wechselnde Koalitionen aus dem konservativen und bürgerlichen Lager; die Sozialdemokratie, obwohl eine der stärksten Parteien mit einer Wählerschaft von Millionen, blieb weiterhin von jeder Mitwirkung ausgeschlossen.
Der Erste Weltkrieg.
Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers
am 28. Juni 1914 führte zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die Frage
nach der Schuld an diesem Krieg ist nach wie vor umstritten. Sicher haben
ihn Deutschland und Österreich auf der einen, Frankreich, Rußland
und England auf der anderen Seite nicht bewußt gewollt, doch waren
sie bereit, ein entsprechendes Risiko auf sich zu nehmen. Alle hatten von
Anfang an fest umrissene Kriegsziele, für deren Verwirklichung eine
militärische Auseinandersetzung zumindest nicht unwillkommen war.
Die im deutschen Aufmarschplan vorgesehene rasche Niederwerfung Frankreichs
gelang nicht. Vielmehr erstarrte der Kampf im Westen nach der deutschen
Niederlage in der Marne-Schlacht bald in einem Stellungskrieg, der schließlich
in militärisch sinnlosen Materialschlachten mit ungeheuren Verlusten
auf beiden Seiten gipfelte. Der Kaiser trat seit Kriegsbeginn in den Hintergrund;
die schwachen Reichskanzler mußten sich im Verlauf des Krieges immer
stärker dem Druck der Obersten Heeresleitung mit Feldmarschall Paul
von Hindenburg als nominellem Chef und General Erich Ludendorff als eigentlichem
Kopf beugen.
Der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten 1917 brachte schließlich die sich schon längst abzeichnende Entscheidung, an der auch die Revolution in Rußland und der Friede im Osten nichts mehr zu ändern vermochten. Obwohl das Land völlig ausgeblutet war, bestand Ludendorff in Verkennung der Lage noch bis zum September 1918 auf einem „Siegfrieden“, verlangte dann aber überraschend den sofortigen Waffenstillstand. Mit dem militärischen Zusammenbruch ging der politische einher. Widerstandslos räumten Kaiser und Fürsten im November 1918 ihre Throne; keine Hand rührte sich zur Verteidigung der unglaubwürdig gewordenen Monarchie. Deutschland wurde Republik.
Die Weimarer Republik.
Die Macht fiel den Sozialdemokraten zu. Ihre
Mehrheit hatte sich von revolutionären Vorstellungen früherer
Jahre längst abgewandt und sah ihre Hauptaufgabe darin, den geordneten
Übergang von der alten zur neuen Staatsform zu sichern. Das Privateigentum
in Industrie und Landwirtschaft blieb unangetastet; die zumeist antirepublikanisch
gesinnte Beamtenund Richterschaft wurde vollzählig übernommen;
das kaiserliche Offizierskorps behielt die Befehlsgewalt über die
Truppen. Gegen Versuche linksradikaler Kräfte, die Revolution in sozialistischer
Richtung weiterzutreiben, wurde mili tä risch vorgegangen. In der
im Januar 1919 gewählten Nationalversammlung, die in Weimar tagte
und eine neue Reichsverfassung beschloß, hatten die drei uneingeschränkt
republikanischen Parteien – Sozialdemokraten, Deutsche Demokratische Partei
und Zentrum – die Mehrheit. Doch wurden im Laufe der zwanziger Jahre im
Volk und im Parlament diejenigen Kräfte immer stärker, die dem
demokratischen Staat mit mehr oder weniger großen Vorbehalten gegenüberstanden.
Die Weimarer Republik war eine „Republik ohne Republikaner“, rabiat bekämpft
von ihren Gegnern und nur halbherzig verteidigt von ihren Anhängern.
Vor allem hatten die wirtschaftliche Not der Nachkriegszeit und die drückenden
Bedingungen des Friedensvertrages von Versailles, den Deutschland 1919
unterschreiben mußte, eine tiefe Skepsis gegenüber der Republik
entstehen lassen. Eine wachsende innenpolitische Instabilität war
die Folge.
1923 erreichten die Wirren der Nachkriegszeit ihren Höhepunkt (Inflation, Ruhrbesetzung, Hitlerputsch, kommunistische Umsturzversuche); danach trat mit der wirtschaftlichen Erholung eine gewisse politische Beruhigung ein. Die Außenpolitik Gustav Stresemanns gewann dem besiegten Deutschland durch den Locarno-Vertrag (1925) und den Beitritt zum Völkerbund (1926) die politische Gleichberechtigung zurück. Kunst und Wissenschaft erlebten in den „goldenen zwanziger Jahren“ eine kurze, intensive Blütezeit. Nach dem Tod des ersten Reichspräsidenten, des Sozialdemokraten Friedrich Ebert, wurde 1925 der ehemalige Feldmarschall Hindenburg als Kandidat der Rechten zum Staatsoberhaupt gewählt. Er hielt sich zwar strikt an die Verfassung, fand aber nie ein inneres Verhältnis zum republikanischen Staat. Der Niedergang der Weimarer Republik begann mit der Weltwirtschaftskrise 1929. Linker und rechter Radikalismus machten sich Arbeitslosigkeit und allgemeine Not zunutze. Im Reichstag fanden sich keine regierungsfähigen Mehrheiten mehr; die Kabinette waren abhängig von der Unterstützung des Reichspräsidenten. Die bisher bedeutungslose nationalsozialistische Bewegung Adolf Hitlers, die extrem antidemokratische Tendenzen und einen wütenden Antisemitismus mit scheinrevolutionärer Propaganda verband, gewann seit 1930 sprunghaft an Gewicht und wurde 1932 stärkste Partei. Am 30. Januar 1933 wurde Hitler Reichskanzler. Außer Mitgliedern seiner Partei gehörten dem Kabinett auch einige Politiker des rechten Lagers und parteipolitisch ungebundene Fachminister an, so daß die Hoffnung bestand, eine Alleinherrschaft der Nationalsozialisten zu verhindern.
Die Diktatur
des Nationalsozialismus.
Hitler entledigte sich rasch seiner Bundesgenossen,
sicherte sich durch ein Ermächtigungsgesetz, dem alle bürgerlichen
Parteien zustimmten, nahezu unbegrenzte Befugnisse und verbot alle Parteien
außer der eigenen. Die Gewerkschaften wurden zerschlagen, die Grundrechte
praktisch außer Kraft gesetzt, die Pressefreiheit aufgehoben. Gegen
mißliebige Personen ging das Regime mit rücksichtslosem Terror
vor; Tausende verschwanden ohne Gerichtsverfahren in eilig errichteten
Konzentrationslagern. Parlamentarische Gremien auf allen Ebenen wurden
abgeschafft oder entmachtet. Als 1934 Hindenburg starb, vereinigte Hitler
in seiner Person das Kanzlerund das Präsidentenamt.
In den wenigen Jahren der Weimarer Republik hatte das Verständnis für die freiheitlich-demokratische Ordnung bei der Mehrheit der Deutschen noch keine tiefen Wurzeln geschlagen. Vor allem hatten langjährige innenpolitische Wirren, gewalttätige Auseinandersetzungen – bis hin zu blutigen Straßenschlachten – zwischen den politischen Gegnern und die durch die Weltwirtschaftskrise ausgelöste Massenarbeitslosigkeit das Vertrauen in die Staatsgewalt schwer erschüttert. Hitler dagegen gelang es, mit Arbeitsbeschaffungsund Rüstungsprogrammen die Wirtschaft wieder zu beleben und die Arbeitslosigkeit schnell abzubauen. Dabei wurde er durch das Ende der Weltwirtschaftskrise begünstigt.
Daß Hitler auch seine außenpolitischen Ziele zunächst fast widerstandslos durchsetzen konnte, stärkte seine Stellung zusätzlich: 1935 kehrte das Saargebiet, das bis dahin unter Völkerbundsverwaltung stand, zu Deutschland zurück, und im gleichen Jahr wurde die Wehrhoheit des Reiches wiederhergestellt; 1936 rückten deutsche Truppen in das seit 1919 entmilitarisierte Rheinland ein; 1938 wurde Österreich dem Reich einverleibt und gestatteten die Westmächte Hitler die Annexion des Sudetenlandes. Das alles erleichterte ihm die Verwirklichung seiner weiteren Ziele, auch wenn es in allen Bevölkerungsschichten Menschen gab, die dem Diktator mutig Widerstand leisteten.
Sofort nach der Machtergreifung hatte das Regime mit der Verwirklichung seines antisemitischen Programms begonnen. Nach und nach wurden die Juden aller Menschenund Bürgerrechte beraubt. Wer es konnte, suchte der Drangsalierung durch Flucht ins Ausland zu entgehen.
Die Verfolgung politischer Gegner und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit trieben gleichfalls Tausende aus dem Lande. Viele der besten deutschen Intellektuellen, Künstler und Wissenschaftler gingen in die Emigration.
Der Zweite Weltkrieg
und seine Folgen.
Doch Hitler wollte mehr. Er betrieb von Anfang
an die Vorbereitung eines Krieges, den er zu führen bereit war, um
die Herrschaft über ganz Europa zu erringen. Dies stellte er bereits
im März 1939 unter Beweis, als er seine Truppen in die Tschechoslowakei
einmarschieren ließ. Am 1. September 1939 entfesselte er mit dem
Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der fünfeinhalb Jahre dauerte,
weite Teile Europas verwüstete und rund 55 Millionen Menschen das
Leben kostete.
Zunächst besiegten die deutschen Armeen Polen, Dänemark, Norwegen, Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Jugoslawien und Griechenland; in der Sowjetunion drangen sie bis kurz vor Moskau vor, und in Nordafrika bedrohten sie den Suez-Kanal. In den eroberten Ländern wurde ein hartes Besatzungsregime errichtet; dagegen erhoben sich Widerstandsbewegungen. 1942 begann das Regime mit der „Endlösung der Judenfrage“: Alle Juden, derer man habhaft werden konnte, wurden in Konzentrationslager gebracht und ermordet. Die Gesamtzahl der Opfer wird auf sechs Millionen geschätzt. Das Jahr, in dem dieses unfaßbare Verbrechen seinen Anfang nahm, brachte die Wende des Krieges; von nun an gab es Rückschläge auf allen Kriegsschauplätzen.
Der Terror des Regimes und die militärischen Rückschläge stärkten den inneren Widerstand gegen Hitler. Seine Exponenten kamen aus allen Schichten des Volkes. Ein vornehmlich von Offizieren getragener Aufstand am 20. Juli 1944 scheiterte. Hitler überlebte ein Bombenattentat in seinem Hauptquartier und nahm blutige Rache. Über viertausend Menschen aller Gesellschaftsschichten, die am Widerstand beteiligt gewesen waren, wurden in den nächsten Monaten hingerichtet. Als herausragende Gestalten des Widerstandes, stellvertretend für alle Opfer, seien hier Generaloberst Ludwig Beck, Oberst Graf Stauffenberg, der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler und der Sozialdemokrat Julius Leber genannt.
Der Krieg ging weiter. Unter riesigen Opfern setzte
Hitler den Kampf fort, bis das ganze Reichsgebiet von den Alliierten besetzt
war; am 30. April 1945 beging der Diktator Selbstmord. Sein testamentarisch
eingesetzter Nachfolger, Großadmiral Dönitz, vollzog acht Tage
später die bedingungslose Kapitulation.
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