Die Befreiung

Die Friedensverhandlungen, welche diese schon fünf Monate währende Belagerung nach abermals einem Monat endlich zum Stillstand brachten, dauerten bereits zwei Monate. Der Unterhändler war Oberstleutnant von Aubert, ein geborener Elsässer, der seit dem Kieler Frieden als dänischer Kommissar im russischen Hauptquartier weilt. Am Sonntag, den 20. Februar abends, hatte er beim Millerntor mit dem Marschall die erste längere Unterredung, die ganz ergebnislos blieb.


Die Befreiung Hamburgs von der Zwangsherrschaft.

Da kam am Abend des 9. April in Pinneberg die erste Nachricht an, daß Paris genommen sei und Ludwig XVIII. den Thron bestiegen habe. Am 14. ließ Bennigsen durch Aubert diese Botschaft dem Prinzen mitteilen. Dieser antwortete kühl: "Auf den Brief von Ew. Exzellenz kann ich nur durch die Bestätigung des Empfanges antworten. Ein Mann von Ehre glaubt sich deswegen noch nicht seiner Schwüre entbunden, weil seinen Souverän vielleicht einige Unfälle betroffen haben."

Am 20. April brachte ein Kurier dem kommandierenden General abermals wichtige Depeschen aus Frankreich. Darunter war eine von der provisorischen Regierung an den Prinzen von Eckmühl. Bennigsen ließ sie durch zwei Adjutanten vor die Tore bringen. Allein der unerbittliche Marschall verweigerte die Annahme, "da der Kaiser und König sich schwerlich russischer Offiziere bedienen dürfte, im Falle er Befehle oder Depeschen an Se. Exzellenz zu senden habe." Nun rief Bennigsen wiederum Auberts Hilfe an und gab ihm außer der Depesche noch einen Brief des Fürsten Wolchonsky mit. Darin beschrieb der Generaladjutant des russischen Kaisers die Abdankung Napoleons. "Er wird heute noch abreisen, um sich nach der Insel Elba einzuschiffen, die ihm zu seinem Aufenthalte angewiesen worden ist. Die Kaiserin wird ihm nicht folgen. Alle Marschälle von Frankreich und hohen Staatsbeamten haben die provisiorische Regierung anerkannt. Monsieur, der Graf Artois, Bruder des Königs, hat seinen Einzug in die Hauptstadt gehalten..." Dieser Brief wirkte. Aubert wurde noch am 21. in das Stadthaus geholt und bis spät in die Nacht zurückgehalten. Zum Schluß hieß es, der Marschall wolle die Sache seinem Kriegsrat vorlegen und binnen 24 Stunden antworten.

Während dieser Verhandlungen waren die Feindseligkeiten fortgesetzt worden. Die englischen Kanonenboote kamen die Elbe herauf. Ein Teil fuhr in die Süderelbe bis Lauenbruch und nahm dort einige bewaffnete französische Fahrzeuge, ein anderer Teil ankerte vor Altona und bedroht die Batterien am Schrefenhof. Auch auf der Oberelbe lagen einige mit den eroberten Geschützen bewaffnet Fahrzeuge. Am 25.(April) hörte man eine lebhafte Kanonade von Harburg her. Die MoorburgerBatterien und die Kanonenboote versuchten, das Blockhaus in Brand zu schießen, welches die Überfahrt bei Harburg beschützte. Der Erfolg war gering – der Marschall sprengte selbst in aller Morgenfrühe hinüber und ließ Verstärkungen kommen. Trotz dieser Kämpfe merkten die französischen Truppen wohl, daß etwa Bedeutsames vorging. Von den feindlichen Vorposten wehten weiße Fahnen mit dem Lilienwappen der Bourbonen. Auch entging ihnen nicht, daß schon lange Verhandlungen stattfanden. Davout machte daher bekannt: "Der Feind fährt fort mit Prahlereien, welche kein Franzose glauben mag. Er spricht z.B. von Abdankung des Kaisers. Dies Ereignis wäre zu wichtig, als daß es mir nicht sollte offiziell bekannt gemacht sein..... "Ich habe das Vertrauen, daß das Korps, welches ich zu kommandieren die Ehre habe, in seiner guten Aufführung fortfahren wird."

Am 22. April teilte Davout dem russischen Feldherrn mit, daß er an die Abdankung Kaiser Napoleons noch nicht glauben könne und daher – wie ihm vorgeschlagen – um Pässe für einen Offizier ersuche, der an die gesetzmäßig eingesetzte Regierung geschickt werden solle. Deshalb wurde eine Konferenz von Generalen außerhalb der Sternschanze verabredet und auch die Auswechselung der Gefangenen ins Auge gefaßt. Am 26. kamen die Unterhändler zusammen und schlossen einen Waffenstillstand. Täglich sollten 3000 Pfund frisches Fleisch in die Hospitäler nach Hamburg geliefert werden. Den Soldaten wurde bekannt gemacht, daß General Delcambre zu der Sendung bestimmt sei. Auch diese Übereinkunft drohte noch zu scheitern, weil Bennigsen die Verabredung durch einige unannehmbare Forderungen in Frage stellte.

Da trat eine günstige Wendung ein, als am 28. (April) ein Graf Davout mit Briefen aus Paris eintraf und seinen Verwandten zu sprechen wünschte. Bennigsen gestatte es gern unter der Bedingung, daß er mit einem Bataillon in Altona auf der Palmaille ein bequemeres Quartier beziehen dürfte. Die Spannung war in Altona groß, also der bekannte Aubert mit einem Fremden auf Hamburg zuritt und bald darauf Bennigsen von Othmarschen her einrückte.

Am 29. April bei Tagesanbruch geschah das Unerwartete. Am Hafen und auf allen Schanzen flatterten die Lilienfahnen, und um die Mittagszeit wehte die weiße Fahne vom Turme der großen St. Michaeliskirche. Grenzenloser Jubel erfüllte die beiden Nachbarstädte. Und doch war der Friede noch nicht da; denn die weißen Farben bedeuteten nicht Übergabe, sondern die Trohnbesteigung der Bourbonen. Nachmittags wurde den Truppen bekannt gemacht, was der Marschall "nicht offiziell, jedoch glaubwürdig" erfahren hatte, und die Eidesleistung für den neuen König gefordert. "Hamburg und Harburg wird für Ludwig XVIII. erhalten und verteidigt". Dieser Satz, des eisernen Mannes würdig, bewirkte die größte Enttäuschung. Die Illumination zur Feier der Thronbesteigung fiel denn auch kläglich aus. Die Bürger schrien nach Frieden, die Holländer im Heere waren es satt, Franzosen zu sein, Hogendorp wurde sogar ausgewiesen, den Franzosen selbst, voran dem Marschall, fehlte jede Begeisterung für den neuen Herrscher. Am 1. Mai wurden die Gefangenen ausgewechselt. Als ein russischer Offizier mit einem Kosaken zum Prinzen in die Stadt ritt, wurde er mit lautem Jubel begrüßt. Die Gendarmen hieben mit der flachen Klinge auf die Menge ein. Viele Bürger steckten in ihrer Freude das Hanseatenkreuz an. Auch dagegen schritten die Gendarmen ein. Die Tore blieben geschlossen, doch durften Lebensmittel eingelassen werden, auch erhielten immer mehr Personen Erlaubnis, nach Altona zu gehen. Es ist unglaublich, wie wenig die ausgewanderten Hamburger im nahen Altona von ihren zurückgelassenen Freunden erfahren hatten. Daher war es eine unbeschreibliche Freud, als man sich zuerst dort wiedersah. "Sie sind ja auch ein Hamburger!" hieß es, und man stürzte sich in die Arme. Die sich seit Monaten nicht gesehen, vielleicht tot geglaubt hatten, waren wieder vereinigt. "Die Palmaille glich ihnen zum Elysium, wo die Seligen sich wiedersehen," sagt der ehrwürdige Pastor Mönckeberg von St. Nikolai in seinen historischen Denkwürdigkeiten über diese Zeit. Der Handel wurde freigegeben, auf dem Hamburger Berge ein Markt mit Lebensmitteln eröffnet. Bald bedurfte es der Pässe nicht mehr und das Dammtor wurde für Fußgänger geöffnet. Der lange gehemmte Verkehr flutete hinaus nach Borstel, Bergedorf und Dockenhuden. Hornvieh, Schinken und Butter kamen zur Stadt. Die Schleusen wurden geschlossen, damit die Überschwemmung das Land nicht länger schädige. Man fing an, das Waisenhaus und die Öffentlichen Säle ihrer früheren Bestimmung wieder einzuräumen

Am 5. Mai erschien der königliche Kommissar General Fouché, der im Laufe des Monats Hamburg an die Verbündeten zurückgeben sollte. Nun fielen die letzten Beschränkungen aus der Belagerungszeit: die Regie wurde nicht mehr erhoben, die Weine gehörten wieder ihren Eigentümern, der Handel von Tabak und Spielkarten war frei. An Stelle des Marschalls Davout sandte der König den General Gérard als Generalgouverneur. Davout war in Paris angeschwärzt worden, weil er auf die weißen (bourbonischen) Fahnen der russischen Vorposten geschossen hatte. Er übergab den Oberbefehl am 13. Mai und verabschiedete sich von seinen Truppen. Dann verließ er das Stadthaus und zog zu seinem Schwager, General Leclercq, nach St. Georg ins heutige Tivoli.

General Gérard bezog auf den Hohen Bleichen das Haus des Polizeidirektors d‘Àubignosc, dessen Zeit nun auch vorbei war, und fing an, mit Bennigsen wegen der Abreise seiner Truppen und der Übergabe der Festung zu verhandeln. Er hielt daran fest, daß Hamburg während der Besetzung eine französische Stadt sei. Deshalb wurde ganz in alter Weise Leder requiriert, um die Truppen für den Rückmarsch mit Fußzeug zu versehen. Die Bank mußte ihre letzten Silberbarren hergeben zur Bestreitung der Ausgaben. Reklamationen wurden nur in französischer Sprache angenommen. Tag und Nach zogen Patrouillen durch die Stadt und sorgten für Ordnung. Der Präfekt Breteuil übertrug die Regierung jedoch an den Munizipalrat. Der Maire Rüder, in den letzten Wochen von seinen französischen Brotherren besonders schlecht behandelt, hatte die Verwaltung seinen Adjunkten überlassen. Da ersuchte der Munizipalrat den ehemaligen Senat, die Leitung der Stadt wieder zu übernehmen. Darauf hatte Bürgermeister von Graffen nur gewartet. Obwohl viele Senatoren noch auswärts weilten, erließ der Senat am 26. Mai. eine Proklamation, daß er wieder die Regierung in die Hand nehme, und berief für den folgenden Tag die erbgesessene Bürgerschaft. Am andern Morgen folgten 234 Männer dem Ruf. Die Freiheit und Selbständigkeit Hamburgs wurde wieder aufgenommen und die ältere Verfassung im wesentlichen hergestellt. Doch wurden zeitgemäße Neuerungen ins Auge gefaßt. Am 31. Mai um Mitternacht sollten die alten Gesetze wieder in Kraft treten. Eine Reorganisations-Deputation erhielt die Vollmacht, schleunige Anordnungen zum Besten des zerrütteten Staates zu treffen.

Vom 28. bis 31. Mai dauerte der Abmarsch der französischen Truppen. Es waren ungefähr 28000 Mann mit mehr als 5000 Pferden und 90 Geschützen. In den Lazaretten blieben 4800 zurück, zu Schiff fuhren 1000 Kranke ab. Man berechnet, daß 4600 in den Gefechten geblieben, 7800 in den Lazaretten gestorben und 400 desertiert sind. In den letzten Tagen fehlte es nicht an Zusammenstößen zwischen Soldaten und dem immer dreister werdenden Volke. Die Soldaten mußten beim Abzuge ihre Gewehre laden. Ein französischer Wirt auf dem Großen Neumarkt wurde angegriffen und seine Pferde und Sachen beraubt. Fast wäre sein Haus in einen Steinhaufen verwandelt worden. Am dritten Pfingsttage, morgens um 5 Uhr, rückte das letzte Regiment und die Gendarmerie ab. Der Marschall Davout hatte schon vorher mit einer Bedeckung die Stadt verlassen, beladen mit dem Hasse der hamburgischen Bevölkerung. Erst ein spätere Zeit ist seiner militärischen Tüchtigkeit und den mancherlei guten Eigenschaften seines eisernen Charakters gerecht geworden. Er ist in Deutschland nach seinem eigenen Wunsche ein Märtyrer seines Kaisers geworden; aber seine Landsleute in Burgund haben ihn durch ein ehernes Standbild geehrt.

Am 31. Mai. 1814, um 12 Uhr mittags, hielt General Bennigsen seinen Einzug in Hamburg.

Er kam von Altona her. Die Hamburger Bürgergarde stellte sich an die Spitze des Zuges. Auf dem Heiligen-Geist-Felde wurde Heerschau gehalten. Am Millerntor empfing eine Deputation des Senates den Befreier. Die Glocken läuteten, die Kanonen donnerten, die Schiffe hatte ihre Masten beflaggt. Die Häuser waren bis obenhin mit unzähligen Zuschauern gefüllt. An der Ecke des Zeughausmarktes und des Neuen Steinwegs standen 300 weißgekleidete Mädchen mit Blumen und Kränzen und führten den Zug durch die Hauptstraßen nach dem alten Domplatze, auf dem jetzt das Johanneum steht. Voran ritt Mettlerkamp mit der Bürgergarde, die noch 1262 Mann stark war. Dann erschien der General von Bennigsen mit einem glänzenden Gefolge in strahlenden Uniformen. Ihm folgten die russische Infanterie, die hannöverschen Bataillone, die russische Artillerie mit ihren prachtvollen Pferden. Kosaken und Paschkiren zogen darauf zu Pferde ein. Den Truppen schlossen sich die Aufzüge der Gewerke an, unter denen sich die Schiffer auszeichneten. Dr. Beneke von der Bürgergarde hatte dies Programm aufgestellt. Alle weiteren Stücke waren aber von dem nüchternen Abendroth gestrichen wurde mit den Worten: "Wat schall dat? Dat hölt man up!" In der Tat wurde die Bürgergarde schon unruhig – der Marsch hatte drei Stunden gedauert. Und es war gut, daß der Zug sich auflöste. Die Russen ging nach Bennigsens Palais auf den Großen Bleichen; die Bürger zogen nach dem alten Rathause. Abends fand im Theater eine Festvorstellung statt, "Der Tag der Erlösung". Das Schlußbild zeigte den Hamburger Hafen mit wehenden Wimpeln, vom Hanseatenkreuz durchwirkt. Am Abend war die ganze Stadt erleuchtet. Der Jubel dieses Tages war groß, doch nicht so groß wie bei Tettenborns Einzug. Am 5. Juni wurde in der Großen St. Michaeliskirche ein feierlicher Dankgottesdienst von Senior Rambach gehalten. Die ganze russische Generalität war zugehen. In den andern Kirchen konnte erst gegen Ende des Jahres wieder Gottesdienst stattfinden. Am 24. Juni wurden die Fahnen der Bürgergarde feierlich in der St. Michaeliskirche aufgehängt. Die Garde löste sich auf und machte einer neuen Bürgerbewaffnung Platz.

Die Hanseatische Legion lag damals im Oldenburgischen – nur Rittmeister Hanfft konnte an dem Einzug teilnehmen. Endlich kam auch für sie der Tage der Heimkehr. Am 30. Juni 1814 hielt die Legion ihren feierlichen Einzug in Hamburg, nachdem sie 13 Monate abwesend gewesen war. Sie kam von Bremen und Harburg über die große Brücke.


Der Einzug der hanseatischen Legion nach der Rückkehr aus dem Befreiungskriege am 30.Juni 1814

Das Wetter schien diesen Einzug nicht begünstigen zu wollen, und selbst am Morgen regnete es noch. Aber ja näher die Legion Hamburg kam, desto schöner wurde das Wetter, so daß der heiterste Himmel sie auf Hamburgs Grund und Boden begrüßte. Vor dem Tore auf dem Grasbrook sammelte sich die ganze Brigade und begrüßte mit ihren Kanonen die Vaterstadt. Eine Deputation des Senates empfing sie. Oberst von Witzleben erwiderte die Ansprache. Eine Schar weißgekleideter Mädchen überreichte den Kriegern Kränze. Der Zug ging über den Wall nach dem Sandtor, über den Brook, beim neuen Krahn vorbei, nach den Kajen, der Admiralitätsstraße, dem Neuen Wall. Vor dem Stadthause bekränzten Damen die Fahnen der Krieger, eine Mutter diejenige ihres eigenen Sohnes. Dann ging es über den Jungfernstieg nach den Großen und Hohen Bleichen, über den Gänsemarkt durch die Dammtorstraße nach dem Wall. Hier hatten die Bürger ein festliches Mahl für die Legion bereitet, an dem die Deputierten des Senats teilnahmen. Abends wurde die Stadt wieder erleuchtet und manche Festlichkeit veranstaltet. Das Lübecker Kontingent zog nach einem Ruhetage weiter, einem herrlichen Empfang entgegen. Am 3. Juli fand in der St. Michaeliskirche abermals ein Dankgottesdienst statt. An den Türen sammelten die Schwestern der Krieger für die Hinterbliebenen der Gefallenen. Die Legion wurde größtenteils aufgelöst. Die ungeheure Geldnot der Stadt verbot auch hier jegliche Großmut.














Nachwort

Hamburg hatte seine Freiheit wiedererlangt. Daß sie nicht weiter angetastet wurde, verdankte die Stadt der allgemeinen Achtung vor den ausgestandenen Leiden. Überall in der Welt wetteiferte man in Hilfstaten und Opfern zur Wiederherstellung der verarmten und halbzerstörten Stadt. Allein mehr als Anerkennung und Unterstützung von außen sorgte die unzerstörbare Energie und Schaffenskraft der Bürger dafür, daß die geliebte Vaterstadt zu einer neuen Blüte gedieh. Die unvergleichliche Lage Hamburgs kam dem rastlosen Fleiß der Bürger zugute, um das Verlorene wieder einzuholen.

Heute sehen wir Hamburger von einer hohen Warte auf jene Schreckenstage vor hundert Jahren wie auf einen bösen Traum zurück. Wir erkennen uns in jener elenden Knechtsgestalt nicht wieder als stolze Bürger einer reichen Weltstadt. Und doch verdanken wir jenen furchtbaren Zeiten viel: In ihnen liegen sogar die Wurzeln unserer Kraft. Die Teilnahme an der Knechtschaft hat damals zur Teilnahme an den Befreiungskriegen geführt. Gemeinsame Leiden und gemeinsame Kämpfe haben Hamburg mit dem übrigen Deutschland eng verbunden. Die weitere Entwicklung hat dieses Band gefestigt. Hamburg ist mit seiner ganzen Umgebung deutsch geworden, und die Heimatliebe seiner Bewohner wurzelt in der Liebe zum großen deutschen Vaterland. In treuem Festhalten an Kaiser und Reich und in der hanseatischen Parole: "Gott mit uns" liegt die Bürgschaft, daß niemals solche Schreckenstage wiederkehren.












Anmerkungen


(1)
Vgl. das spanische Militär in Hamburg 1807/1808. Eine Säkular-Erinnerung von Th. Holtzmann. Hamburg 1907

(2)
Der 41jährige Feldherr stammte aus einer altburgundischen Adelsfamilie. Schon im 13. Jahrhundert sagte man: Quand nait un d’Avot, une épée sort du bourro (So oft ein d’Avot geboren wird, fliegt ein Schwert aus der Scheide).

(3)
J.G. Rist, Lebenserinnerungen. Herausgegeben von G. Poel. 2 Bde. Hamburg 1908. (Hausbibliothek).

(4)
Die russisch-deutsche Legion unter General von Arentsschildt war aus Kriegsgefangenen des russischen Feldzuges von 1812 gebildet.

(5)
Vgl. K.G. Zimmermann, Hamms Verwüstung in den Jahren 1813 und 1814, Neue Ausgabe. Hamburg 1909

(6)
Vgl. J.H.Hoeck, Bilder aus der Geschichte der hamburgischen Kirche. Hamburg 1900 S. 271 ff.

(7)
Erinnerungen aus der Franzosenzeit i Hamburg 1806 bis 1814. Herausgegeben von Dr. H.F. Beneke. 5. Auflage. Hamburg 1906.

(8)
Für die Juden wurde damals ein Hof auf dem Steinweg als Friedhof eingerichtet, der noch jetzt dort unangetastet steht.











Danksagung und Bemerkungen zu dieser Internetausgabe


Gleich nach Versand meines Rundschreibens kamen schon die ersten Hinweise auf Aktivitäten des Druckfehlerteufels.

Ich freue mich über derartige Hinweise aus zwei Gründen: Einmal manifestiert sich hiermit, daß es immer noch den Leser gibt, der die Szene nicht nur kurz überfliegt sondern auch gewillt ist, sich kritisch mit Texten auseinanderzusetzen und zweitens werden dadurch der Emsigkeit des oben schon erwähnten Teufelchens Schranken gesetzt!

Vielen Dank also den Kämpfern an dieser Front:  Gerhard Friedrch Dose und Jochen Hausschild.

Hamburg, den 15. September 2003
Walther Kerner


Die mir vorliegende Ausgabe erschien bei Gustav Schloeßmann's Verlagsbuchhandlung (Gustav Fick) in Hamburg im Jahre 1909. Ich übernahm sowohl den Plan wie die 22 Abbildungen, veränderte einige von Ihnen, die Bildqualität etwas zu verbessern.

Zu den Bildern wird erklärt: "Die meisten dieser Schrift beigegebenen Bilder sind nach Originalen wiedergegeben, die Herr Th. Holzmann, Hamburg, die Güte hatte, aus seiner reichhaltigen Sammlung von Hamburgensien zur Verfügung zu stellen.

Der komplette Titel des Büchleins lautet: "Als Deutschland erwachte. Lebens- und Zeitbilder aus den Befreiungskriegen" Heft 3 "Aus Hamburgs Schreckenstagen" von Julius Hahn.

Des Autors späterer Schwiegervater, Kurt Holscher, mein Großvater wie auch der Autor waren Mitglieder des "Wingolf", einer studentischen Verbindung. Man traf sich häufig in der Paulstraße 46, im Hause meines Großvaters, der damals Hafenbaudirektor Rostocks war. Die überaus freundschaftliche Beziehung zwischen den Familien Holscher, Hahn und Kerner überlebte - bis heute!

Mein Exemplar ist mit einem handschriftlichen Zusatz des Autors versehen;
"In herzlicher Liebe u. Dankbarkeit, der Verf. 19/11.09 - Ich nehme an, daß Julius Hahn dies Exemplar meinem Großvater schenkte.

Walther Kerner