(1)
Stefan Winkle, Johann Friedrich Struensee. Arzt,
Aufklärer und Staatsmann, Stuttgart 1983.
(2)
Karl Schwarz, Die Juden im 18. Jahrhundert, Berlin
1929, S. 21. - Jud Süß, der sich nicht zur Konversion bewegen
ließ und noch unmittelbar vor seiner Hinrichtung (1738) das Gebet
"Höre Israel" anstimmte, hat seine Auftraggeber nicht an Skrupellosigkeit,
wohl aber an Geschick und Intelligenz weit übertroffen. "Ein Jude
habe für Christenschelme büßen müssen", sagte
ein objektiver zeitgenössischer Beobachter nach der Hinrichtung (Schwarz,
S. 22).
(3)
Nach Graetz sollen diese "Hofjuden" eine "Erfindung"
der deutschen Kaiser während des Dreißigjährigen Krieges
gewesen sein. Siehe: Heinrich Graetz, Geschichte der Juden von den ältesten
Zeiten bis zur Gegenwart, Breslau 1853, Bd. 10, S. 40.
(4)
Der portugiesische Jude Carvajal, der um 1630 nach
London einwanderte, gehörte zur Zeit der großen englischen Revolution
zu den bedeutendsten Heereslieferanten, denen der Staatsrat die Getreidelieferung
für das Parlamentsheer übertrug. Der Marschall Moritz von Sachsen,
der Sieger von Fontenoy, äußerte, daß seine Armeen niemals
besser verproviantiert gewesen seien, als wenn er sich an die Juden gewandt
hätte. Der große Kurfürst bediente sich bei Armeelieferungen
mit großem Nutzen der Juden Leimann Gompertz und Salomon Elias. Die
ersten reichen Juden, die unter Kaiser Leopold nach der Austreibung (1670)
wieder in Wien wohnen durften: die Oppenheimer, Wertheimer, Mayer Herschel
usw. waren alle auch Heereslieferanten. (Werner Sombart, Der moderne
Kapitalismus, München und Leipzig 1924, Bd. 1, S. 906 ff.).
(5)
B. Frost, Baco von Verulam. Denker und Staatsmann,
Leipzig
1930, S. 35.
(6)
Anton Balthasar Koenig, versuch einer historischen
Schilderung der Hauptverände-rungen, der Religion, Sitten, Gewohnheiten,
Künste, Wissenschaften etc... der Resi-denzstadt Berlin seit den ältesten
Zeiten bis zum Jahre 1786, Teil IV: Die Regierungs-geschichte König
Friedrich Wilhelm I. von 1713-40. Berlin 1796, Bd. I, S. 105
Sebastian Hensel, Die Familie Mendelssohn, 1729-1847.
Leipzig
1924 (18. Aufl.) Bd. I, S. 15; Schwarz, (Anm. 2), S. 31.
(7)
Schwarz, (Anm. 2), S. 31.
(8)
Außer den Demütigungen mußten die
Juden noch eine hohe Verehelichungssteuer in Kauf nehmen, "um ihre Vermehrung
zu hindern", wie die Randbemerkung des Soldatenkönigs lautete.
Schwarz, (Anm. 2), S. 30;
Adolf Damaschke, Geschichte der Nationalökonomie,
Jena
1918 (10. Aufl.) Bd. L, S. 173.
(9)
Gustav F.R. Hertzberg, Geschichte der Stadt Halle
an der Saale, Halle a.S. 1893, Bd. III, S. 116.
(10)
H. Fortmann, Gallerie der merkwürdigsten
Begebenheiten aus der Weltgeschichte, Leipzig 1840, Bd. 11,
S. 332.
(11)
Schwarz, (Anm. 2), S. 24.
(12)
Ebd., S. 23. - Während des Zweiten Weltkrieges
wurde Der Jude im Dorn sogar im Kasperltheater für Kinder vorgeführt.-DieMärchensammlungder
Brüder Grimm wird auch nach 1945 mit dem Juden im Dorn
nachgedruckt.
(13)
Seit 1671 waren die hochdeutschen Juden von
Hamburg, Altona und Wandsbek in der sogenannten Dreigemeinde zusammengeschlossen.
Helga Krohn, Die Juden in Hamburg, Frankfurt a. M. 1967, S. 9.
Als die spanischen und portugiesischen Juden nach
Norden flohen, bezeichneten sie Amsterdam als "das neue Groß-Jerusalem"
und
Hamburg als das "neue Klein-Jerusalem"; Altona zählte zu letzterem.
Kuno Fischer, Spinozas Leben, Werke und Lehre, Heidelberg
1908,
S. 111.
(14)
In der Berufsstatistik Hamburgs von 1764 fungieren
278 jüdische "Handleh's" sowie 130 "Schacher und Hausierer".
Einzeln
aufgeführt sind folgende Handelsberufe: 9 Kleiderseller, 1 Kattunhändler,
2 Tabakhändler, 1 Fleischhöker, 1 Branntweinschenker, 3 Kaffeeverkäufer,
3 Milchhöker. Krohn, (Anm. 13), S. 88.
(15)
Die Ende des 17. Jahrhunderts aus Portugal eingewanderten
Juden spielten im Hamburger Wirtschaftsleben als Kaufleute und Bankiers
eine hervorragende Rolle. Wegen der hohen Steuerforderungen der Bürgerschaft
wanderten im 18. Jahrhundert die Reichen und Tüchtigsten aus. Krohn,
(Anm. 13), S. 88.
(16)
Schwarz, (Anm. 2), S. 51. Mit dem ukrainischen Kosaken-
und Bauernaufstand des Bogdan Chmielnicki (1648/49), dem über 10.000
Juden in rund 300 Gemeinden zum Opfer fielen, begann die jüdische
Wanderung von Ost nach West, die durch den Hajdamaken-Aufstand der Bauern
gegen ihre polnischen Herren von 1768 verstärkt wurde. Schwarz, (Anm.
2), S. 49 f.
(17)
Krohn, (Anm. 13), S. 9. Das bittere Los dieser
verfemten religiösen Minorität war es wohl auch, das Philipp
Emanuel Bach (1714-1788) in seiner Eigenschaft als Hamburger Kirchenmusikdirektor
dazu bewog, das ergreifende Oratorium Die Israeliten in der Wüste
zu komponieren. Schwarz, (Anm. 2), S. 36 ff.
(18)
M.M.Haarbleicher, Zwei Epochen aus der Geschicht
der deutsch israelitischen Gemeinde in Hamburg, Hamburg 167. S. 26.
(19)
Der dänische Dichter Jens Baggesen (1764-1826),
der sich aus Verehrung für Kant dessen Vornamen Immanuel zugelegt
hatte, besuchte im europäischen Schicksalsjahr 1789 Deutschland und
vermittelte bei dieser Gelegenheit Schiller ein dreijähriges Stipendium
des Herzogs von Augustenburg. Letzterer hatte Caroline Mathildes Tochter
(in Kopenhagen allgemein "Prinzessin Struensee" genannt) geheiratet: die
Urgroßmut-ter der letzten deutschen Kaiserin.
(20)
Jens Immanuel Baggesen, Das Labyrinth oder Reise
durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich, 1792/93, Zweites Stück,
S. 40-42.
(21)
In der 1602 veröffentlichten Kurtzen Beschreibung
und Erzählung von einem Juden mit Namen Ahasverus wird von einem
Jerusalemer Schuhmacher berichtet, der Jesus, als er auf dem Weg nach Golgatha
war, von seiner Tür gestoßen haben soll und dafür zur Strafe
bis zum Jüngsten Tage ruhelos wandern müsse. Dabei wird eine
angebliche Begegnung des Fluchbeladenen mit dem Schleswiger Bischof Johannes
von Eitzen 1542 in Hamburg geschildert, wodurch die Gestalt des ruhelosen
Wanderers eine Transponierung in die unmittelbare Nachbarschaft von Altona
erfährt, an dessen Stelle damals nur einige Fischerkaten standen.
Stefan Heym hat in seinem Roman Ahasver (München 1981) das
legendäre Zusammentreffen zwischen dem Ewigen Juden und Eitzen zu
gestalten und dichterisch zu deuten gesucht.
(22)
Krohn, (Anm. 13), S. 12.
(23)
H. Mauersberg, Wirtschafts- und Sozialgeschichte
zentraleuropäischer Städte in neuerer Zeit, Göttingen
1960, S. 48.
(24)
Der Name "Papagoyenstraße" stammt vom "Vogelschießen",
das einst von der Altonaer Schützengilde dort absolviert wurde, wobei
ein hölzerner Vogel an der Stange ("Papagoy") als Ziel diente.
(25)
Gosen: unterägyptische Landschaft, in der sich
nach dem Alten Testament die Brüder Josephs ansiedelten.
(26)
Baggesen, (Anm. 20), 1792/93, 5. Stück, S.
177-179. Am Ende dieses Kapitels ("Jødengaden i Frankfurt") erklärt
Baggesen, der sich als "Anwalt der Unterdrückten" moralisch
verpflichtet fühlte: "Man kann seines Nächsten einzigen Gaul
nicht stehlen, ohne gehängt zu werden; hingegen kann man den Juden
Haus und Hof, ihre sämtlichen Pferde und Ochsen, ihr Geld, kurz was
sie nur besitzen, rauben; und doch hoch in Glanz und Freuden leben (...1
Am allersonderbarsten ist wohl, daß ein Verbrechen, was gegen einen
Einzigen als Sünde gilt, gegen mehrere zugleich es nicht ist. So kann
man über eine ganze Nation mir nichts dir nichts Gewalt üben
und dafür sogar noch Lob ernten l...l" Baggesen, (Anm. 20), S.
186-188.
(27)
Baggesen, (Anm. 20), S. 184-185.
(28)
Ebd., S. 189. - Die von Baggesen "geschätzte"
Wohndichte
der Judengasse ist mehr als um das Doppelte überzogen. Die Gesamteinwohnerzahl
Frankfurts am Main betrug 1808 ca 45 000, davon waren 3104 Juden, also
etwa ein Fünfzehntel.
A. Kahn, Die berufliche, soziale und wirtschaftliche
Entwicklung der Juden in Frankfurt, Frankfurt 1925, S. 13.
(29)
Auch Goethe, der keine antijüdischen Vorurteile
hatte, schildert eindrucksvoll, welche Aversionen er als Kind "im Schauer
der Ritualmordlegende" gegenüber den Frankfurter Ghettobewohnern
empfand: "Zu den ahnungsvollen Dingen, die den Knaben und auch wohl
den Jüngling bedrängten, gehörte besonders der Zustand der
Judengasse 1...] Die Enge, der Schmutz, das Gewimmel, der Akzent einer
unerfreulichen Sprache, alles zusammen machte den unangenehmsten Eindruck,
wenn man auch nur am Tore vorbeigehend hineinsah. Es dauerte lange, bis
ich allein mich hineinwagte, und ich kehrte nicht leicht wieder dahin zurück,
wenn ich einmal den Zudringlichkeiten so vieler etwas zu schachernder,
unermüdet fordernder oder anbietender Menschen entgangen war. Dabei
schwebten die alten Märchen von Grausamkeit der Juden gegen die Christenkinder,
die wir in Gottfrieds 'Chronik' gräßlich abgebildet sahen, düster
vor dem jungen Gemüt". Dichtung und Wahrheit, 1. Teil, 4. Buch.
(30)
Auch Pastor Süßmilch, der Feldprediger
Friedrichs des Großen, berichtet vom plötzlichen Auftauchen
der Diphtherie während des Siebenjährigen Krieges: "Dieser
böse Hals würgete unter den Kindern auf eine schreckliche Weise,
ärger als es die Pocken jemals getan haben [...] Dieses Übel
zeigte sich im Jahre 1758 und 1759 auch hier in Berlin an Kindern, deren
Eltern wegen der russischen Invasion hierher geflüchtet waren
[...] Innerhalb eines Jahres sind in einer einzigen Landparochie siebenundfünfzig
Kinder daran gestorben [...]" Süßmilch, Die göttliche
Ordnung, Berlin '1765, I. Teil, S. 526-529.
(31)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben und der Quacksalberei,
in: Gemeinnütziges Magazin, 1760, Stück 11, S. 85.
Diese Schilderung erschien sechzehn Jahre später
wortwörtlich ohne Quellenangabe in Unzers medizinischem Handbuch,
Leipzig
1776, S. 234-235.
Als es 1764 in Frankfurt a.M. zu einer "Cynanche
trachealis" genannten Diphtherie-Epidemie kam, der auch Dr. van Bergens
sechste Tochter zum Opfer fiel, ließ der Vater das vor ihrem Tode
ausgehustete pseudomembranöse Röhrchen samt Verzweigungen in
Kupfer stechen und seiner Krankheitsbeschreibung beifügen.
(32)
Der Talmud und die Arzneikunde, in: Gemeinnütziges
Magazin, 1761, Stück 11, S. 103. Beiläufig erwähnt Gerson,
der die Nachfahren vieler einst aus Spanien nach Holland geflohenen Glaubensgenossen
kannte, daß die "brandige Halsbräune" auf der iberischen
Halbinsel "Garottillo" hieße, nach der "Garotte", dem
Halseisen, womit dort die Todesstrafe durch Erdrosseln vollstreckt wurde.
(33)
Der Talmud und die Arzneikunde, in: Gemeinnütziges
Magazin, 1761, Stück II, S. 104. Zugleich zitiert er aber auch
Talmudberichte, wonach die Askara auch Erwachsene befallen kann, wie einst
die Kundschafter auf der Wüstenwanderung (Sota 35a) und die
große Zahl von Schülern des Ben Akiba, die zwischen Pessach
und dem Wochenfest von diesem Übel weggerafft wurden.
(34)
Der Talmud und die Arzneikunde, in: Gemeinnütziges
Magazin, 1761, Stück II, S. 105. Dieses rituelle Speisegebot wird
aus z. Mos. 25, 3 und 5. Mos. 14, 21 abgeleitet.
(35)
Gedankeneines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 85.
(36)
Samuel N. Gomperz, Die Gersoniden, Altona
1865, S. B. Der Luftröhrenschnitt, auf dessen Kenntnis in der Antike
Gerson in seiner Abhandlung ausdrücklich hinweist, wurde schon von
Asklepiades (128-56 v. Chr.) empfohlen, möglicherweise sogar angewandt.
Sicher bediente sich seiner Antyllos (um 140 n. Chr.), einer der größten
Chirurgen der römischen Kaiserzeit, der vielleicht auch schon den
Starstich mittels Depression der Linse ausgeführt hat. Nach Brétonneau
soll der Luftröhrenschnitt in der Neuzeit erstmals 1645 von dem neapolitanischen
Arzt M.A. Severino durchgeführt worden sein, der dabei zugleich ein
Röhrchen einlegt (Brief vom 2.1.1817), Klaus Köhler, Ärztebriefe
aus vier Jahrhunderten, Wien 1892, S. 133.
(37)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 88.
(38)
Von der Geburts-Hilfe, von den Schwangeren und von
den Säuglingen, in: Gemeinnütziges Magazin, 1760, Stück
1, S. 26.
Erst durch "Behrings große Entdeckung [Diphtherieheilserum
18931 wurde die Seuche ihrer Schrecken zu einem ganz erheblichen Teil
entkleidet". O. Heubner, Lehrbuch der Kinderheilkunde, Leipzig
1911, Bd. 1, S. 506.
(39)
Hartog Gerson studierte ebenso wie sein Vater David
in Holland Medizin und hat dort 1758 promoviert. Gomperz, (Anm. 36), S.
7.
(40)
Gedanken eines Arztes von Aberglauben, (Anm. 31),
S. 80. Struensee erwähnt den Fall auch in einem Gespräch, das
er am 24. März 1772 im Kerker mit Pastor Munter geführt hat.
(Balthasar Munter, Bekehrungsgeschichte des vormaligen Grafen Struensee,
Kopenhagen
1772, S. 129).
(41)
Gomperz, (Anm. 36), S. 31;
Gernet, Mitteilungen aus der älteren Medizinalgeschichte
Hamburgs, Hamburg 1869, S. 299.
Lossaus Biographie in Strodtmanns Beiträgen
zur Historie der Gelehrtheit, Hamburg 1748, Bd. I, S. 164.
Dabei gehörte Dr. Lossau zu den aufgeklärteren
Kreisen: "Im Jahre 176! wurde die Bibliothek eines gewissen Dr. Lossau
versteigert; vor der Versteigerung aber 135 Manuscripte und Bücher
durch den Senat angekauft, zum Teil wegen ihrer Seltenheit. zum Teil solche,
die nicht ins Publikum kommen sollten; denn es waren sehr viele antichristliche
darunter, z.B. die libri de tribus imposteribus in mehreren Exemplaren,
Schriften Cherbury's, Servet's, Edelmanns. Anfangs wurden sie auf dem Archiv
aufbewahrt. 1767 nach Regulierung der Wolffschen Schenkung auf die Stadtbibliothek
gebracht, wo die gedruckten Bücher mit andern ähnlichen Inhalts
eine besondere Abteilung bilden, unter dem Namen libri prohibiti". Christian
Petersen, Geschichte der Hamburgischen Stadtbibliothek, Hamburg
1838, S. 79-80.
(42)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 85. Das Vorurteil gegen Andersgläubige läßt Struensee
hier, obgleich er es nicht ausspricht, als eine Art Aberglauben erscheinen.
(43)
Von der Geburts-Hilfe, (Anm. 38), S. 25. Franz Anton
May hatte in seinem Büchlein Unterricht für Krankenwärter
zum Gebrauch öffentlicher Vorlesungen, das 1782 in Mannheim erschien,
im § 1 der "Instruktion" erklärt: "Jeder Krankenwärter
oder -wärterin muß ein frommer, liebevoller, getreuer Freund
seines ihm anvertrauten Kranken sein, weder auf Unterschied der Religion,
noch des Glücksstandes sehen, sondern jeden als seinen Nebenmenschen,
seinen Mitbruder, mit gleicher Sorgfalt bedienen". Franz May, Vermischte
Schriften, Mannheim 1786, S. 386 ff.
(44)
Gomperz, (Anm. 36), S. 31. "Man spricht immer
nur von dem, was Christus um der Menschen willen gelitten hat", schrieb
Gerson in einem Brief am 15. September 1762, "was aber die Juden um
Christi willen gelitten haben, der alle Menschen erlöste, die Juden
aber in die Verdammnis stürzte, davon spricht niemand". Gomperz,
(Anm. 36), S. 32.
(45)
Außer dem ewigen Umherirren in der Diaspora
dürfte noch ein weiteres Moment bei der Bildung dieser Legende mitgewirkt
haben: "Für mich ist es unzweifelhaft", schrieb Mauthner, "daß
das leibhaftige Erscheinen des ewigen Juden vor allem dazu benützt
wurde, in der Zeit der beginnenden Bibelkritik einen unumstößlichen
historischen Beweis für die Wahrheit der neutestamentlichen Erzählungen
in den Händen zu haben; nebenbei ging die Tendenz, die Juden durch
einen Glaubensgenossen davon zu überzeugen, daß Jesus Christus
der Messias war". Fritz Mauthner, Der Atheismus und seine Geschichte
im Abendlande, Stuttgart und Berlin 1924, Bd. I., S. 655.
(46)
Gomperz (Anm. 36), S. 31.
(47)
Ebd., S. 32. Moses Mendelssohn muß
diesen Brief Hartog Gersons gekannt haben, denn er übernahm daraus
den vorletzten Satz in sein Vorwort zu einer Schutzschrift des Judentums,
die auf seine Anregung hin von de Lemos' Schwiegersohn Dr. Herz ins Deutsche
übertragen wurde. Mendelssohn schrieb: "Merkwürdig ist es
zu sehen, wie das Vorurteil die Gestalten aller Jahrhunderte annimmt, um
uns zu unterdrücken und unserer bürgerlichen Aufnahme Schwierigkeiten
entgegenzusetzen. In jenen abergläubischen Zeiten waren es Heiligtümer,
die wir aus Mutwillen schänden, Hostien, die wir durchstechen und
bluten machen, Christenblut, das wir zur Osterfeier brauchen. Brunnen,
die wir vergiften usw. Man warfuns Unglaube, Verstocktheit, geheime Künste
und Teufeleien vor, deretwillen wir gemartert, unseres Vermögens beraubt,
ins Elend gejagt, wo nicht gar hingerichtet worden sind l...l Jetzt hat
der Bekehrungseifer nachgelassen. Man fährt fort, uns von allen Künsten,
Wissenschaften und andern nützlichen Gewerben und Beschäftigungen
der Menschen zu entfernen, versperrt uns alle Wege zur nützlichen
Verbesserung und macht uns dann den Mangel an Kultur zum Grunde unserer
ferneren Unterdrückung. Man bindet uns die Hände und macht uns
zum Vorwurfe, daß wir sie nicht gebrauchen l...l", Mendelssohns
Vorwort zu Manasseh ben Israels Rettung der Juden, 1782.
(48)
Altonaer Stadtarchiv Abt. XXXVI. Kl. B.I.
16 fol. 4 (1943 verbrannt).
(49)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 85. Die Einrichtung des Synagogenaufsehers gab es in Preußen
noch zur Zeit Struensees Hinrichtung. Es handelte sich um einen Subalternbeamten,
der die Synagogenbesucher während des Gottesdienstes zu beobachten
hatte, um Anzeichen politischer Subversion oder Christenfeindlichkeit frühzeitig
aufzudecken. Die Synagogenaufseher waren natürlich Nichtjuden und
beherrschten im allgemeinen das Hebräische nicht genügend, um
dem Gottesdienst folgen zu können. Bei fanatischen Denunzianten hatten
Mißverständnisse und Fehldeutungen für so manche jüdische
Gemeinde schwerwiegende Folgen. So meldete z.B. einmal der Königsberger
Synagogenaufseher den Berliner Behörden, eines der Sabbat-Gebete,
das Alenu, enthalte einen kabbalistischen Angriff auf Jesus Christus, und
die jüdischen Gottesdienstbesucher hätten bei den blasphemischen
Worten ausgespuckt. Schwarz, (Anm. 2), S. 72; Herbert Kupferberg, Die
Mendelssohns, Tübingen 1972, S. 62-63.
(50)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 85. In seiner Erzählung "Das Judenmädchen" berichtet
Andersen von der kleinen Sara, die trotz ihrer ungewöhnlichen Intelligenz
von der Armenschule mußte, weil ihr Vater ihre Teilnahme am christlichen
Religionsunterricht nicht zuließ und dann als Dienstmädchen
erkrankte. "Sie wurde ins Armenhaus gebracht; dort starb sie und wurde
begraben, aber nicht auf dem christlichen Friedhofe, da gab es kein Plätzchen
für das Judenmädchen, nein, draußen an der Mauer wurde
sie begraben". In Ricarda Huchs Erzählung "Das Judengrab" (1905),
die diese bis in die jüngste Zeit wirkende "abergläubische
lntoleranz" schildert, sagt ein Pfarrer zu den versammelten Bauern:
"Kinder,
der tote Jude wird unsere gute Erde verpesten! Leidet es nicht! Mag er
draußen auf dem Felde liegen, wo es nur Raben und Krähen gibt!
Wenn Ihr nicht auf der Hut seid, werdet Ihr Gift und Pestilenz und Viehseuche
haben!".
(51)
Gemeinnütziges Magazin, 1761, Stück
II, S. 115.
(52)
Von der Lustseuche und was dagegen zu tun sei, in:
Gemeinnütziges
Magazin, 1761, Stück III, S. 185. Als Struensee im Herbst 1770
an die Spitze des dänischen Staates gelangte, was zeitlich mit einer
Mißernte zusammenfiel, entschloß er sich, diesen gordischen
Knoten mit einem Schlag zu lösen, indem er durch eine königliche
Kabinettsorder nicht nur die Getreideausfuhr, sondern auch das Schnapsbrennen
verbot.
(53)
Wozu ein Betrunkener fähig ist, verdeutlichte
dem Volk der Bibel Noahs schamloses Verhalten und blutschänderisches
Vergehen.
(54)
Gemeinnütziges Magazin, 1761, Stück
111,
S. 192.
(55)
E. Meynert, Ph. G. Hensler und seine Zeit,
1834, S. 152. Die Aufhebung der Ghettoschranken nach der französischen
Revolution, die Assimilation der Juden an das Bürgertum äußerte
sich mit allen Folgeerscheinungen, die der bürgerlichen Welt eigen
sind. Frühehe und strenge Moral verschwanden, und auch die Juden machten
mit der Trunksucht und Prostitution ihre Bekanntschaft. Das Ergebnis war
ein rasches Ansteigen der Geschlechtskrankheiten und die Abnahme der hohen
Fruchtbarkeit in den jüdischen Familien.
(56)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 85. Auch Shylock warnte seine Tochter vor den Vergnügungen
des venezianischen Karnevals: "Was? Gibt es Masken' Jessica, hör'
an: Verschließ die Tür, und wenn du Trommeln hörst und
das Gequäk der quergehalsten Pfeife, so klettre mir nicht an den Fenstern
auf steck' nicht den Kopf hinaus in offne Straße, nach Christennarren
mit bemaltem Antlitz zu gaffen; stopfe meines Hauses Ohrendie Fenster,
mein' ich, zu und laß den Schall der albernen Geckerei nicht dringen
in mein ehrbar Haus. Bei Jacobs Stabe schwör' ich. Ich habe keine
Lust, zu Nacht zu schmausen". W. Shakespeare, Der Kaufmann von Venedig,
z. Aufzug, 5. Szene.
(57)
Gomperz, (Anm. 36), S. 19.
(58)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 82.
(59)
Deutsches Wörterbuch von Jakob und Wilhelm
Grimm, 4. Band, z. Abt., bearbeitet von Moritz Heyne, Leipzig 1877,
Spalte
2353.-
Man
vergleiche den Artikel "Jude" mit dem Beitrag
"Hund",
der
im gleichen Band des Deutschen Wörterbuches steht. Da heißt
es: "Besondere Eigenschaften der Hunde werden durch Adjektive gegeben.
Der Hund ist treu, falsch, böse, munter. Er kann wachsam, bunt, begossen
l...l und als Begleiter der Menschen vor allem von sprichwörtlicher
Treue und Anhänglichkeit sein". Da wird dem Hunde zugestanden,
was dem nichts als "bösen" Juden versagt bleibt: ein Lebewesen
von vielfältigen, u.a. auch guten Eigenschaften zu sein. Deutsches
Wörterbuch Bd. 4, Abt. 2, Spalte 1911-1912.
(60)
Mit dem Einakter Die Juden, den Lessing 1749
in Leipzig für die Neuberin geschrieben hat, warnt er vor der Torheit
des Antisemitismus und plädiert für Toleranz.
(61)
Meynert, (Anm. 55), S. 32.
(62)
Gomperz, (Anm. 36), S. 33.
(63)
Die Apologie oder Schutzschrift für vernünftige
Verehrer Gottes des Hermann S. Reimarus, die selbst David Fr. Strauß,
den Verfasser von Das Leben Jesu, in Bewunderung versetzte, wurde
erst 1972 - nach mehr als 200 Jahren von Gerhard Alexander im Insel-Verlag
(Frankfurt) veröffentlicht.
(64)
Stefan Winkle, Pastor Münters "Bekehrungsgeschichte",
in: Hebbel-Jahrbuch 1978, Heide in Holstein 1978, S. 56-90.
(65)
Gomperz, (Anm. 36), S. 11 ff.
(66)
Ebd., S. 30; Mauthner, (Anm. 45), Bd. III, S. 252.
und Bd. III, S. 170.
(67)
Tract. theoL pol., Cap. 158-159
(68)
Gomperz, (Anm. 36), S. 32.
(69)
Münter, (Anm. 40), S. 239.
(70)
Meynert, (Anm. 55), S. 56.
(71)
Münter, (Anm. 40), S. 174.
(72)
Die Seelenwanderung, in: Monatsschrift
zum Nutzen und Vergnügen, Hamburg 1763, Stück I, S. 30.
(73)
Gomperz, (Anm. 36), S. 22.
(74)
Ferdinand Gregorovius, Wanderjahre in Italien,
("Ghetto
der Juden in Rom"), Dresden 1928, S. 268.
(75)
Ebd., S. 299. Die im 5. Jahrhundert in die Karfreitagsliturgie
eingefügte Fürbitte für die "perfiden Juden" ("oremus
pro perfidis Judaeis") wurde erst 1959 durch Papst Johannes XXIII.
daraus entfernt.
(76)
Gregorovius, (Anm. 74), S. 283. - In einem Brief
an Alfred Meißner (1850) schreibt Heinrich Heine: "Oh, es ist
doch ein schönes Ding um die Religion der Liebe! Wissen Sie wohl,
daß in Rom, in der Metropole des Glaubens, zwei Jahrhunderte hindurch
(von 1468 bis 1688) die Juden am letzten Karnevalstag nackt, nur mit einer
Binde um die Lenden bekleidet, ein Wettrennen abhalten mußten zur
Ergötzung des Pöbels? Es liefen: erstens die Esel, zweitens die
Juden, drittens die Berberpferde: man stieg von den niedrigsten und verächtlichsten
Tieren zu den edelsten empor".
(77)
Lobrede auf die Hunde, in: Monatsschrift
zum Nutzen und Vergnügen, Hamburg 1763, Stück III, S. 234-235.
(78)
Stefan Winkle, Struensee und die Publizistik.
Beiträge zur Geschichte Hamburgs, Hamburg 1982, S. 47 ff.
In dem Aktenbündel Ad. Cl. VII. Lit.
L b No. 16 Vol. 6a 2 = (Pasquille u.w.d.a. Acta betreffend die verbotene
Monatsschrift
zum Nutzen und Vergnügen 1763-64) des Hamburger Staatsarchivs,
in dem sich Goezes Beschwerde befindet, fand ich ein ganzes Register von
Neuerscheinungen, darunter Werke von Voltaire, Rousseau, d'Alembert, Helvetius,
etc., deren Verbot der "pastorale Beckmesser" vom Hamburger Senat
forderte.
(79)
Schon für dieses Hospital galt das gleiche,
was Heinrich Heine 80 Jahre später anläßlich der Stiftung
des neuen "israelitischen Hospitals zu Hamburg" durch seinen reichen Onkel,
den Bankier Salomon Heine, so besang: "Ein Hospital für arme, kranke
Juden, Für Menschenkinder, welche dreifach elend, Behaftet mit den
bösen drei Gebresten, Mit Armut, Körperschmerz und Judentume.
Das schlimmste von den dreien ist das letzte, Das tausendjährige Familienübel
[...]"
(80)
Altonaer Stadtarchiv, Abt. XXXVI K1. B.I
16, fol. 5 (1943 verbrannt).
Die orthodoxen Juden "stempelten jede Abweichung
von der gewohnten Sitte oder Unsitte zum Sakrilegium: richtig Deutsch sprechen,
Lesen eines deutschen Buches war Ketzerei". Hensel, (Anm. 6) ), S.
18.
Noch 1791 schrieb J.A. Bolten über Altona:
"Die
hiesigen Juden sind größtenteils gegen die heutigen Aufklärer
aus ihrer Nation, die in ihren Augen insgesamt Deisten sind". Johann Adrian
Boltens Historische Kirchen-Nachrichten von der Stadt Altona,
Altona
1791, Bd. 2, S. 163.
(81)
J.H. Rambach, Physisch-medizinische Beschreibung
von Hamburg, Hamburg 1801, S. 402.
(82)
Gomperz, (Anm. 36), S. 33.
(83)
Ebd., S. 37. Noch in Zusammenhang mit der
schweren Fleckfieberepidemie, die Altona 1813/14 durch die von Marschall
Davout vertriebenen Hamburger betraf, hebt der an der Seuchenbekämpfung
beteiligte jüdische Arzt Steinheim die "wohltätige Wirkung
des kühlen Regimes" hervor. Salomon Levi Steinheim, Über
den Typhus im Jahre 1814 in Altona, Altona 1815.
(84)
Beim "doppelten Blindversuch" ist auch der
die Wirkung prüfende Arzt über die Verteilung des Mittels nicht
informiert.
(85)
Gomperz, (Anm. 36), S. 33.
(86)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 76.
(87)
Struensee, Versuch von der Natur der Viehseuche
und der Art, sie zu heilen, in: Schleswig-Hollsteinische Anzeigen, Glückstadt
1764, Stück 7, S. 98-99.
(88)
Gomperz, (Anm. 36), S. 34.
(89)
Neben diesem bekannten Ausspruch beruft man sich
meist auch noch auf eine weitere Randbemerkung des großen Königs.
Auf das Ansuchen eines Katholiken um das Bürgerrecht in Frankfurt
a.0. antwortete Friedrich: "Alle Religionen sind gleich gut, wenn nur
die Leute, so sie profitiren, ehrliche Leute sein, und wenn Türken
und Heiden kämen und wollten das Land peupliren, so wollen wir sie
mosqueen [Moscheen] und Kirchen bauen lassen". Reinhold Koser,
König
Friedrich der Große, Stuttgart 1893, 2. Hälfte von Bd. I,
S. 13.
(90)
Schwarz, (Anm. 2), S. 80.- Kupferberg, (Anm. 49),
S. 33.
(91)
Selma Stern, Der Preußische Staat und die
Juden, Dritter Teil, Die Zeit Friedrich des Großen, Tübingen
1971, Erste Abteilung, S. 69.
(92)
Kupferberg, (Anm. 49), S. 44.
(93)
Franz Schnabel, Das 18. Jahrhundert in Europa, in:
Propyläen-Weltgeschichte,
Berlin
1931, Bd. VI, S. 282 f.
(94)
Alfons Fischer, Geschichte des deutschen Gesundheitswesens,
Berlin
1933, S.62;
M. Pistor, Geschichte der PreußischenNationalverwaltung,
in:
Deutsche
Vierteljahres-schrift für öffentliche Gesundheitspflege,
Bd. 40 (1908), S. 239.
(95)
Georg Witkowski, Lessing, Leipzig 1927, S.
55.
(96)
Gomperz, (Anm. 36), S. 32.
(97)
Nach Erscheinen des Stückes tat sich der berühmte
Göttinger Orientalist und Vater der Karoline Schlegel, Prof. J.D.
Michaelis, in den Göttingischen Anzeigen von gelehrten Sachen vom
13. Juni 1754 mit einer wenig rühmlichen Kritik hervor, indem er Lessing
falsche Idealisierung des Judentums vorwarf. Im ersten Stück seiner
Theatralischen
Bibliothek (1754) wies Lessing diesen Vorwurf zurück. Zur gleichen
Zeit schrieb Moses Mendelssohn seinem Freund und einstigem Deutschlehrer
Dr. Ahron Emmerich Gumperz einen leidenschaftlich-empörten Brief,
der offenbar "die Brücke zur persön-lichen Bekanntschaft mit
Lessing schuf'. Witkowski, (Anm. 95), S. 19.
(98)
Shakespeare, Der Kaufmann von Venedig, 3.
Aufzug, 1. Szene.
(99)
Gomperz, (Anm. 36), S. 42.
Gaehde, Garrick als Shakespeare-Darsteller im
Lichte der zeitgenössischen Korrespon-denz, Leipzig 1906, S.
39.
(100)
Lessing, Die Juden, 6. Auftritt.
(101)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S. 75. "Solche Verallgemeine-rungen erinnern unwillkürlich an jenen
lächerlichen Reisenden, dem der Wind zu Avignon den Dreispitz vom
Kopf wehte, worauf er in sein Tagebuch notierte: 'Avignon ist stets heftigen
Stürmen ausgesetzt' ". Struensee, ebd.
(102)
Gomperz, (Anm. 36), S. 33.
(103)
Über die Seelenwanderung, in: Monatsschrift
zum Nutzen und Vergnügen, Hamburg 1763, Stück I, S. 29.
(104)
Balthasar Münter, Bekehrungsgeschichte des
vormaligen Grafen Johann Friedrich Struensee, Kopenhagen 1772, S. 159-160.
Es handelt sich um das 18. Gespräch am 31. März 1772. Zu Beginn
des Gespräches legt Münter dem Todgeweihten eine Äußerung
in den Mund, die dieser nie so gesagt haben dürfte: "Ich habe mir
nie vorstellen können, daß Gott ein so verächtliches Volk
als die Juden zu seinem besonders geliebten Volke sollte gewählt haben".
Ebd., S. 159.
(105)
Gneisenau, Denkschriften zum Volksaufstand von
1808 und 1811, Kriegsgeschichtliche Bücherei, 10. Band. Berlin
1936, S. 62.
(106)
Witkowski, (Anm. 95), S. 84
Meynert, (Anm. 55), S. 61.
(107)
Gomperz, (Anm. 36), S. 32.
(108)
Lessing, Nathan der Weise, 4. Aufzug, 2.
Auftr.
(109)
Gustav le Bon, Psychologie der Massen, Stuttgart
1953, S. 84.
(110)
Gomperz, (Anm. 36), S. 32.
(111)
Ebd
(112)
Witkowski, (Anm. 95), S. 35.
(113)
Gomperz, (Anm. 36), S. 6.
(114)
Ebd., S. 6 f.
(115)
Martin Cohen, Moses Mendelssohn und seine Beziehungen
zu Hamburg-Altona, in: Jahrbuch für die jüdischen Gemeinden
Schleswig-Holsteins und der Hansestädte, Hamburg 1929/30, Nr.
1, S. 130.
Günter Marwedel, Die Privilegien der Juden
in Altona, Hamburg 1976, S. 323.
(116)
Vindiciae Judeorum ist eine Verteidigungsschrift
des Judentums, die der mit Rembrandt befreundete gelehrte Rabbiner von
Amsterdam, Manasse ben Israel im 17. Jahrhundert verfaßt hatte. Mendelssohn
veranlaßte seinen jungen Freund, den Arzt Markus Herz, eine Übersetzung
aus dem Original vorzunehmen. (Rettung der Juden, 1782).
(117)
Jens Kragh Höst, Der dänische Geheimcabinetsminster
Johann Friedrich Struensee und sein Ministerium, Kopenhagen 1826, II.Teil,
S. 33.
(118)
Holger Hansen, Kabinetsstyrelsen i Danmark 1768-1772,
Købrnhavn
1916, Bd.I, S.194.
(119)
Beccaria veröffentlichte 1764 seine bahnbrechende
Schrift "Dei delitti e delle pene" (Über Verbrechen und Strafen)
zunächst anonym.
(120)
Gedanken eines Arztes vom Aberglauben, (Anm. 31),
S.75.
(120a)
Monatsschrift zum Nutzen und Vergnügen,
Hamburg
1763, Stück 1, S. 30.
(121)
Hansen, (Anm. 118), 1916, Bd. I, S. 98.
(122)
Ebd., Bd. III, S. 113.
(123)
Ebd., Bd. II, S. 329.
(124)
Lobrede auf die Hunde, in: Monatsschrift zum
Nutzen und Vergnügen, Hamburg 1763, Stück 111,
S. 248-249.
(125)
Hansen, (Anm. 118), 1916 Bd. I., S. 322.
(126)
Ebd., 1919 Bd. II, S. 221.
(127)
In seinem Artikel "Johann Friedrich Struensee"
schreibt
Sven Cedergreen Bech: "Die Sparpolitik erregte starkes Mißfallen,
auch unter den Freunden, weil Struensee's puritanischer Unwille gegen Luxus
und Überfluß die Prachtentfaltung des Hofes und die Festlichkeiten
traf". Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon,
Neumünster
1979,
Bd.
5,
S. 261.
(128)
Gomperz, (Anm. 36), S. 21.
(129)
Hansen, (Anm. 118), 1919 Bd. II, S. 244.
(130)
Aus den Akten der Inquisitionskommission 1772 D.
1,30. Juli 1771, S. 1-3. Reichsarchiv, Kopenhagen.
(131)
Bolten, (Anm. 80), 1791, Bd. 2, S. 163-164.
(132)
Cohen, (Anm. 115), S. 128-129.
(133)
Gomperz, (Anm. 36), S. 34. Als der Pöbel von
Den Haag 1672 die Gebrüder Witt auf der Straße ermordete, wollte
Spinoza am Tatort einen Anschlag anbringen, auf dem er mit riesigen Buchsta.ben
die Worte "ultimi barbarorum" aufgemalt hatte, woran ihn jedoch sein Hauswirt
hinderte und ihm somit das Leben rettete.
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