01. Oktober 1941

Und die Nacht zum 1. Oktober war wieder mit den 7,5 cm Grüßen versehen. Dem Artilleriebeobachter hat man einen in die B–Stelle gesetzt. Gott sei Dank, ist nichts passiert. Heute wollen wir nun daraufhin einen Bunker in unseren Turm bauen. Hauptmann Leicher (?) läßt eine Kerbsäge mitbringen. Einmal sehen, wie wir das zurecht kriegen.

Sonst sollen wir heute eine Wechselstellung mit den Geschützen beziehen. Major Christiani befürchtet wohl, daß man unsere "Batterie" auf den Kieker hat. Dann wollen wir einmal eine neue aufsuchen.

Heute morgen hörten wir schon wieder Radio. Peter Igelhoff erfreute uns mit einigen Klaviersachen.

Aber nun ein Ereignis der letzten Nacht. Unser lieber Bischoff, den Hesing auf Wache ablösen mußte, kam hier zum Turm her, um Hesing zu wecken. Statt dessen wurde Leutnant Mümmelmann aus dem Schlaf geweckt, worüber er sichtlich erregt war. Nach einer Beschreibung, wo Hesing schläft, rüttelte Hesing an meinem Bein. Dadurch wurde auch ich wach. Bischoff wurde nun genau beschrieben, wo der neue Posten sein Lager hat. Im Dunkeln tastete dann jemand im Turm herum. Die Stimme Bischoffs vernahmen wir und hörten: "Herr Leutnant haben geirrt, ein Lager ist hier, aber kein Hesing". Worauf Günther Wenkel antwortete: "Der wird wohl im Bunker jenseits des Weges liegen". Und tatsächlich fand Bischoff den Hesing in dem Bunker. Sang und klanglos hatte der sogenannte "Abraham" unsere Wohnlichkeit geräumt und sich somit in größere Sicherheit begeben. Ja, "jeder mokt sins".

Günther Wenkel lobt das Zahnziehen sehr. Er war schwer begeistert und hat kaum etwas gemerkt von der Prozedur, die manche Leute so verfluchen.

Jetzt sollen die Mörser auf die abgebrannten Häuser ihre Sachen senden. Den Russen wünschen wir viel Überraschung. Das Ergebnis wollen wir jetzt abwarten. Die zwölf Schuß lagen sehr gut. Den Russen wurde wahrscheinlich anders zumute.

Und am abend des gestrigen Tages griff der Russe wieder einmal an. Drei schwere Panzer wirkten im Abschnitt der dritten Kompanie. Die russische Infanterie wurde abgewehrt. Die Panzer fuhren lustig im Gelände umher. Ein solcher Jonny fuhr durch die dritte Kompanie hindurch und wirkte dort. Leider wurde man seiner nicht habhaft. Jedenfalls zogen wir aus unserem Turm aus und richteten unseren Bunker jenseits des Weges mit Leuchtpistolen, Handgranaten, Pistolen und Gewehren zur Verteidigung ein. Die anderen beiden Panzer wollte man Minen unter die Raupen legen. Leider waren die Panzer weg, als die Pioniere mit Minen ankamen. Und als der Film seine Spannung verlor, kamen die vier vom Troß zurück, die zur Körper– und Kleiderpfege hinten waren. Wenig später meldeten sich die sieben "Entlausten" zurück.

Die Heinis von der Staffel erlaubten sich die größte Frechheit des Tages. Mit einem ungeheuren Maulwerk gelang es ihnen, uns heraus zu lotsen aus den Bunker. Wir waren auch zu treudoof!

Bei den Russenangriffen selbst genügte es einmal nur, daß Wenkel rief: "Rodenberg, los" Und da jagte die Gruppe in Richtung der vielbesagten abgebrannten Häuser.

Und als der Morgen graute war der ...