Vormittags besuchte der Zugtrupp und die I. Bedienung die Entlausungsanstalt. Dort wird man am laufenden Band durchgeschleust, man zieht sich aus, gibt seine Kleider ab, die mit Nummern versehen werden. Dann duscht man und wäscht sich ordentlich unter den feldgrau angestrichenen Brausen. Und nachdem man sich mit einem Kreppapier abgetupft hat, wird man an besonders verlausten Stellen mit einem Pinsel bearbeitet. Man empfängt dann einen Trainingsanzug und wartet im Aufenthaltsraum darauf, bis die betreffende Nummer aufgerufen wird, man schlüpft in die heißen, entlausten Klamotten, nimmt Stiefel und Decke und ist entlaust. Dieser Prozeß dauerte 3 Stunden. Tagelang riecht man noch "entlaust" von dieser Pinselbearbeitung. Aber die Hauptsache ist doch die, daß dieses Ungeziefer fern vom eigenen Körper ist.
Am nachmittag zogen wir dann in unseren Bunker ein. Die behagliche Wärme des Bunkers, die weißen Wände, die guten Betten, die schönen Tische, der ordentliche Ofen, kurz, eine anständige Behausung. Warm, sauber, gesund. Und dieser beglückte uns direkt. Wir saßen in unserem Bunker und bestaunten immer wieder unsere Arbeit, die manchen Schweißtropfen und schon manchen kalten Fuß gekostet hat.
Die Nacht war in unserem neuen Heim ein Genuß. Die Holzwolle war ja manchen etwas hart, aber keiner fror. Man schlief wie bei Muttern.
Neuhoff hatte seinen Ärger heute mit einem Gefangenen, der ihm auskniff. Auf dem Wege zum Gefangenenlager hat er ihn wieder geschnappt. Neuhoff hat den Russen aber dann so bearbeitet, daß man den Russen in das Lager tragen mußte.
Classen und ich mußten heute abend die neue Leitung anschließen. Nun brennt unser Bulldog–Licht auch in unseren Bunkern.
Lüdemann beglückte uns gestern abend wieder mit Pferdehack. Dies war uns wieder ein besonderer Segen.
Keine besonderen Vorkommnisse.
Hein Flint, Kurt Schuhmann, Hermann Dickmann, Brandt–Sassen, Berlick, Martin Fengewisch und noch viele andere kamen heute wieder hier bei der Truppe an. Man kann wohl sagen, daß die allgemeine Freude recht groß war. Feldwebel Eberhardt, der Hein Flint hat sich recht nett erholt, Walter Baumrich soll erst Mitte Januar zum Ersatztruppenteil kommen, wie Hein Flint sagt. Auch
Bunkerzugang
Martin Fengewisch, der wieder in den zweiten Zug gekommen ist, machte einen erholten Eindruck. Und Kurt Schuhmann ist jetzt in der Schmiede. Hermann Dickmann ist wieder Fahrer bei uns. Die neuen Ersatzleute, die vor einiger Zeit zu uns kamen, sollen wieder abgeschoben werden.
Heute war außerdem eine Nachfrage über die Schulbildung der einzelnen. Man wollte Leute suchen, die als O.A. in Frage kommen.
Die Fahrzeugwache hat heute auch aufgehört. Aber man beglückt uns gleich mit anderer Wache. Ohne geht es doch nicht.