Keine nennenswerte Vorkommnisse. Nichts von Bedeutung.
23. November 1941
(Vor einem Jahr kam mein Bruder aus Belgien auf Urlaub
[G.F.Dose])
Heute hörte man vom Tode Udets und Mölders. Ebenso kam uns der Fall Rostows zu Ohren.
In der Kompanie ist man jetzt bemüht, Schilderungen des Ostfeldzuges zu sammeln, ebenfalls Bilder. Die vier Themen des ersten Zuges soll ich schreiben. Das Elektrizitätswerk, das vierte Thema, wird mir auf Grund dieses "Schmökers" besonders leicht zu schreiben sein. Sind doch die besonderen Ereignisse laufend eingetragen. (Den diesbezüglichen Kompaniebefehl lege ich bei.)[Der Befehl hat sich jedoch nicht bei dem Manuskript befunden.]
Unser Bunker geht jetzt der Vollendung entgegen. Das Wetter ist etwas milder geworden, so ist die Arbeit draußen nicht so ungemütlich.
Gestern bekamen wir zum letzten Mal gefangene Russen zum Arbeiten. Jetzt müssen wir alles selber machen.
Die Abende sind jetzt schon besonders lang. Um vier Uhr wird es dunkel und um 8.00 morgens ist es noch nicht richtig hell.
Der Himmel zeigt nachts des öfteren einen rötlichen Schimmer in Richtung Leningrad. In mancher Nacht spricht unsere Artillerie auch ein gewichtiges Wort.
Hesing war heute zur Zahnstation. Seine Backe war stark geschwollen. Der Arzt hat ihm gleich zwei Backenzähne gezogen an denen große Eiterbeulen hingen. Hoffentlich hat er nun keine Schmerzen mehr.
Die Berichte für die Kompaniegeschichte sind eifrig im Entstehen. Einwände würden durch Oberfeldwebel Müller auch schon erhoben. Ihm paßt es nicht das Grauenhafte des Krieges auf dem Papier lesen zu müssen. Auch mag er nicht vom Rückzug hören, den wir zwischen Kerstowo und Kikeritzi machten. Schön findet er aber, wenn man schreibt, daß die Landser Johannisbeeren pflückten und essen, während ihre Schritte feindwärts eilen. Warum soll der Krieg nur von der feuchtfröhlichen Seite geschildert werden?