| Für die Kriegsveteranen der sowjetischen 124.
Schützendi- vision ist der 21. Januar ein besonderes Datum. An diesem
Tag wurde im Jahr 1944 der Ort Mga befreit, wofür die Divi- sion mit
dem Titel "Mga-Division" ausgezeichnet wurde.
Schon seit vielen Jahren stellt die St. Petersburger Stadt- verwaltung den Veteranen einen Bus zur Verfügung, mit dem sie die Kampfstätten besuchen, um dort ihrer gefalle- nen Kameraden zu gedenken. In diesem Jahr war die Fahrt ungewöhnlich. Sie hat sich in einen Weg des Gedenkens und der Versöhnung über den Soldaten Gräbern verwandelt - obwohl anfangs nur die Kranzniederlegung an den sow- jetischen Obelisken auf den Iwanowskij- und Newskij- Brückenköpfen sowie auf den Sinjawino-Höhen vorgesehen war. Ohne Vorankündigung entstand im Bus Streit um den im September vorigen Jahres eingeweihten deutschen Solda- tenfriedhof im Dorf Sologubowka bei Mga. Einige Teilneh- mer waren entschieden feindlich gestimmt. Die angeheizte Atmosphäre entspannte sich dann ein wenig, als sie am sowjetischen Mahnmal einen Kranz bemerkten, den der deutsche Generalkonsul dort am Volkstrauertag niedergelegt hatte. In Mga wurden die Teilnehmer der Fahrt von der Leitung des dortigen Veteranenverbandes empfangen. Und wieder erhob sich die Diskussion über den deutschen Friedhof. Denn die gepflegte deutsche Kriegsgräber-stätte ist wie ein Splitter im Herz der Veteranen, wenn sie an die vernachlässigten sowjetischen Gedenkstätten denken ... Jemand schlug vor: „Lasst uns nicht mehr darüber diskutie- ren. Fahren wir lieber dort hin und überzeugen wir uns vor Ort, was die Deutschen gebaut haben." Der Bus blieb vor dem Eingangstor zum Friedhof stehen, und da konnte man das ganze Panorama sehen. Trotz seiner Größe sieht der Friedhof schlicht aus. In der Mitte ragt das große Kreuz empor. Die kleineren Kreuze, immer drei in einer Gruppe, stehen auf dem ganzen Friedhofs ge- lände. Unter ihnen liegen die Wehrmachtssoldaten begra- ben. Heute sind es mehr als 22 000. In wenigen Jahren wird sich diese Zahl auf 80 000 erhöhen, und dann wird der Friedhof zur größten deutschen Kriegsgräberstätte werden. Die Namen der identifizierten deutschen Soldaten sind alphabetisch mit den Geburts- und Sterbedaten auf großen Steintafeln festgehalten. Diese Tatsache machte viele Veteranen nachdenklich, und sie verglichen sie mit der Verewigung des Gedenkens an ihre Kameraden. Der Streit verstummte allmählich. Und da gab es eine ungewöhnliche Erscheinung: In der Mitte dis Friedhofes riss die Nebelwand auf. In der Januarsonne begann das schwarze Kreuz seine Farbe zu ändern - als ob es von innen zu leuchten begänne und dann golden aufflammte. Einige der Anwesenden bekreuzigten sich. Jemand sagte: „Das ist ein Zeichen des Herrn!" Ein anderer sagte: „Wir müssen darauf antworten ..." Als wir die deutsche Kriegsgräberstätte verließen, lag der Nebel immer noch über den Gräbern. Das Kreuz flammte noch in Gold. Am Denkmal lagen die Blumen der russischen Kriegsveteranen. Eine rote Schleife umgürtete die Figur der "Trauernden Mutter" (Madonna von Nagasaki), auf der in Russisch geschrieben stand: „Unseren im Kampf um Leningrad gefallenen Kameraden." Jurij Lebedev |
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Am Denkmal lagen die Blumen der russischen Kriegsveteranen.
Eine rote Schleife auf der geschrieben stand:
„Unseren im Kampf um Leningrad gefallenen Kameraden."
....umgürtete die Figur der "Trauernden Mutter"
(Madonna von Nagasaki)