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Die waffenlose Zeit als Soldat
Kapitel 6
Fahrt nach Deutschland
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Am 3. November 1946 überfuhren wir die deutsch/französische Grenze bei Saarbrücken. Die Bevölkerung erkannte schnell, dass wir keine Franzosen waren und baten uns um Nahrungsmittel. Wir haben alles, was wir an Eß- und Rauchbaren bei uns in den Lkw hatten, hinausgeworfen. Als wir dann gegen 16.00 Uhr an die Pontonbrücke über den Rhein kamen, die französisch besetzte Zone verlassen und in die amerikanisch besetzte Zone fahren sollten, hatte wir keine kalte Verpflegung und kaum zu Rauchen mehr. Auf der Mannheimer Seite des Rheins erwartete uns MP, die uns durch Mannheim zur Kaserne bei der Grenadierstraße leitete. Hier erfuhren wir, dass wir nach München und dann nach Dachau fahren sollten. Da wir von Mannheim nach München Autoreifen mitnehmen sollten, wurden die Anhänger von den Lkw genommen und auf dem Exerzierplatz im Karree aufgestellt. Während die Lkw zum Beladen fuhren, wurden zu den Anhängern die Lichtleitungen verlegt und der Generator angelassen.
Die Küche mit den Benzinherden "protze ab" und fing an zu kochen. Da wir unsere Kaltverpflegung während der Fahrt von Saarbrücken bis Mannheim an die Zivilbevölkerung "verteilt" hatten, empfingen wir neue Kaltverpflegung. Nachdem die Lkw vom Beladen zurück gekommen waren, kam ein Tankwagen und füllte die Tanks wieder auf.
Schlafen mußten wir in der Nacht auf unseren Anhängern, die alle Planen hatten. Wir hatten genügend Decken usw. so dass wir mit zwei Mann je Anhänger schlafen konnten und nicht froren. Als wir am nächsten Morgen aus den Anhängern krochen, wurden wir von einer weißen Schneedecke überrascht. Die Küche hatte schon den Kaffee gekocht, Rührei bereitet und wir konnten frühstücken. Nachdem die Küche verladen worden war, ging es los.
Da wir bis Mannheim ohne Bewachung gefahren waren, hatte man wohl Angst, dass wir jetzt in der Heimat mitsamt dem Lkw flüchten könnten. So wurden uns Polen als Bewachung mitgegeben. Als nächstes Ziel war Dachau angegeben worden. So ging es mit MP-Begleitung bis zur Autobahn nach Karlsruhe-Stuttgart. Die Kolonne sollte sich auflockern und so fuhr jeder auf der Autobahn dem Ziel entgegen, durfte nur den Jeep mit den beiden Amis nicht überholen. Wir kamen aber nur bis Schleißheim, dann war bei den Meisten der Sprit alle. Die beiden Amis versuchten Treibstoff zu bekommen, der aber erst am nächsten Morgen kommen konnte. So machten wir es uns in den Anhängern wieder bequem, die Küche versorgte uns auf der Straße mit warmen Essen und Trinken und wir warteten auf den Treibstoff. Die Polen hatten sich vor einer Bäckerei versammelt und ließen uns gewähren. Von Bewachung keine Spur. Die Bäckersfrau kam aus dem Laden und fragte mit ihrem bayrischen Dialekt die Polen, was das denn für Ausländer seien, wobei sie uns meinte, die sprächen ja ganz gut deutsch. Das hörte ein PoW und antwortete statt der Polen auch in Bayrisch. "Nun machen Sie aber, dass Sie wegkommen, sonst kriegen Sie ne Watschen vom deutschen Kriegsgefangenen". Sie verzog sich sofort in ihren Laden.
Nachdem alle Fahrzeuge betankt worden waren, fuhren wir wieder in langer Kolonne nach Dachau, wo wir auf einem großen Platz wieder im Karree Aufstellung nahmen. Die Anhänger wurden abgekoppelt und die Lkw brachten die Reifen zum Empfänger.
In Dachau blieben wir noch zwei Tage, weil das Endziel noch nicht
bekannt war. Wir hatten so die Gelegenheit. uns das KZ-Lager mit den Gaskammern
und Verbrennungsöfen anzusehen. Am Abend des zweiten Tages wurde uns
mitgeteilt, dass wir am nächsten Morgen nach Nürnberg fahren
sollten. Wir würden in Nürnberg – Langwasser in einem vorbereiteten
Lager unterkommen.
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